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Warum ist der Kurpark geschlossen?

Fadenscheinige Begründung

Mit Erstaunen habe ich die Entscheidung der weiteren Schließung des Kurparks vernommen und möchte dazu Folgendes anmerken: Die erste Schließung erfolgte aufgrund von Vandalismus im Kurpark. Dies ist bedauerlich, hat aber mit der Corona-Pandemie nicht das Geringste zu tun.

veröffentlicht am 17.04.2020 um 22:03 Uhr

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Zu: „Kurpark bleibt auch Ostern geschlossen“, vom 9. April

Da gäbe es nur die Möglichkeit der besseren Überwachung durch Ordnungsdienste, Kameras, Zäune oder eine App, die den Standort der Personen anonym nachweisen könnte. Es erweckt den Anschein, als könnte man im Fahrwasser der Vandalismusdelikte den Kurpark weiterhin langfristig sperren.

Die Begründung scheint mir mehr als fadenscheinig zu sein. Zurzeit sind in Bad Pyrmont kaum Patienten (6 von 201 in der Weserklinik) und Touristen. Tagesgäste findet man in diesen Zeiten auch nicht. Bad Pyrmont ist weder Berlin noch New York, und richtiges Augenmaß bei Verordnungen und Verboten ein wichtiges Gebot der Achtsamkeit unserer Bürgerrechte. In den Elfenbeintürmen werden gerne Entscheidungen getroffen, ohne die Probleme vor Ort zu kennen. Es wird durchregiert. Die letzte Bastion unter vielen Baustellen und etlichen Ruinen ist der Kurpark. Er ist eine Oase, die gerade in schwierigen Zeiten vielen Bürgern einen Raum bietet, mit der Stille und Einsamkeit klar- zukommen und sich zumindest an der blühenden Natur zu erfreuen. Schwimmbad, Theater und nächstes Jahr auch das Konzerthaus sind beziehungsweise werden auch ohne Corona geschlossen. Einigen Gaststätten, Restaurants und Einzelhandelsgeschäften wird auch die Puste ausgehen.

Wieso brauchen wir dann noch mehr unnötige Eskalation und schließen den Kurpark? Die Vermeidung einer gefährlichen Annäherung von Personen könnte fast nirgendwo so gut umgesetzt werden wie in unserem Kurpark. Ein Ordnungsdienst auf freiwilliger Basis hätte organisiert werden können. Ich wäre auch dabei gewesen, wenn man mich gefragt hätte. Verbote sind einfach zu verordnen, kreative Lösungen benötigen etwas mehr Sachverstand und Mut zur Umsetzung.

Die Schließung erfolgte meines Erachtens nach dem Motto: Wir haben eine Lösung, allerdings fehlt uns noch das Problem dazu. Seit mehreren Jahren leisten wir uns als Pyrmonter Bürger eine „Pyrmont Card“. Die ist in diesem Jahr leider nichts wert, und der Kurpark ist gerade in der schönsten Jahreszeit auch nicht zugänglich. Wozu dann eine Pyrmont Card? Eine Verlängerung der Karte wird es für uns daher nicht mehr geben. Ich hätte zumindest erwartet, dass uns das Staatsbad persönlich informiert und möglicherweise als Kompensation die Kurkarte kostenlos für 6 oder 12 Monate verlängert oder als Spende deklariert.

Das Staatsbad hat uns als Kunden weder in die Entscheidungsfindung einbezogen noch informiert. Kein Wort des Bedauerns. Nichts! Deshalb: Keine Leistung – Kein Beitrag. Es wird einfach von „oben“ delegiert.



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