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Arbeitskreis des Heimatbundes besucht Einbeck / Informationen aus erster Hand

Fachwerküber Fachwerk - und dabei "immer Rinteln im Hinterkopf"

Rinteln. "Unsere Fahrt hat sich gelohnt". Dieses einmütige Fazit ihrer kürzlichen Informationsreise nach Einbeck haben die Mitglieder des Heimatbund-Arbeitskreises Denkmalschutz gezogen. Als Gast war Stadtbaurat Reinhold Koch mit von der Partie. Einbecks Baudezernent Gerald Strohmeier empfing die Rintelner persönlich im Alten Rathaus von 1549 und führte sie anschließend über zwei Stunden durch Straßen, Gassen und Plätze der weitläufigen Altstadt. Aus erster Hand konnte sich die Gruppe so ganz intensiv informieren, - "immer mit Rinteln im Hinterkopf", wie es Jürgen Rinne für alle auf den Punkt brachte.

veröffentlicht am 05.12.2007 um 00:00 Uhr

In Einbecks Altstadt "Rinteln im Hinterkopf": Die Reisegruppe au

Hohe Braukunst und speziell die "Entdeckung" des Bockbiers im 13. Jahrhundert haben die einstige Hansestadt zwischen Harz und Weser früh reich und damit zur stolzen Fachwerkstadt gemacht. Über 400 Fachwerkhäuser, darunter mehr als 120 auch farbenreich verzierte spätgotische Bürgerhäuser, prägen die geschlossenen Straßenzeilen der Altstadt.. Die Gebäude stammen aus der Zeit nach dem verheerenden Stadtbrand von 1540 und gehörten zum Sanierungsgebiet der inzwischen förmlich abgeschlossenen Altstadt-Sanierung. Auf Schritt und Tritt gab es für die Rintelner Eindrucksvolles zu sehen und zu erfahren. Als "Einbecker Modell" zum Beispiel machte die Rettung des "Eickeschen Hauses" von 1624 durch eine 2001 eigens dafür gegründete gemeinnützige Stiftung bundesweit Furore. Zur Rettung des damals heruntergekommenen und akut einsturzgefährdeten Juwels deutscher Fachwerkkunst mit über 200 figürlichen Schnitzereien haben sich Einbecker Familien, die Stadt und die Sparkasse zusammengetan. 1,7 Millionen Euro Spenden hat ihre Stiftung seitdem mobilisiert. 2006 konnte das prachtvolle Baudenkmal von nationaler Bedeutung eingeweiht werden,mit der Tourist-Information und dem ebenfalls städtischen Kulturring als Mieter. Zeichen gesetzt für attraktives Wohnen in der Altstadt hat die Stadt durch den Erwerb und die Sanierung eines historisch wertvollen Wohngebäudes von 1544. Motto: Bauen im Bestand statt Neubau. Beeindruckend für die Rintelner auch der großzügige innerstädtische Grünring entlang der fast geschlossen erhaltenenWallanlage mit Stadtmauer und Gräben. Gerald Strohmeier nicht ohne Stolz "Alle Baubegehrlichkeiten haben wir abgewehrt. Dabei bleibt es auch!" Ein Einkaufszentrum als Magnet in der Altstadt, auch im Einbecker Rathaus ist das ein - allerdings derzeit nicht aktuelles - Thema. Aber man will rechtzeitig vorbereitet sein. Die Leitlinie steht für Strohmeier fest, und die Rintelner Denkmalschützer hören es gern: Als Standort kommt nur ein "ohnehin schon gestörter Bereich" in Frage. Die Bewahrung der kleinteiligen Altstadt-Struktur sei unverzichtbar. Um Problembereiche wie aufwertungsbedürftige Plätze, Straßen und Hofanlagen schlägt die Runde keinen Bogen. Schnell ist man bei einem Einbeck und Rinteln verbindenden (Geld-) Problem: Mit der abgeschlossenen Altstadt-Sanierung ist die Quelle Städtebau-Förderung versiegt. .In Einbeck bedeutet das aber nicht Planungsstop. Im Gegenteil: Die Augen hier richten sich auf das für 2009 vorgesehene Bund-Länder-Programm zur Förderung historischer Stadtkerne ("Städtebaulicher Denkmalschutz West"). .Auf die Chancen für Rinteln mit dem Programm hat der Arbeitskreis Denkmalschutz die Stadt im Sommer 2007 bereits hingewiesen.

Einbecker Modell: Details am Eickeschen Haus.
  • Einbecker Modell: Details am Eickeschen Haus.


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