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Jobmissere in der Pflege: Es mangelt bisher nicht nur an guter Bezahlung und Ausstattung - sondern auch an Anerkennung

Fachkräfte unter Druck

Die steigende Zahl der Pflegebedürftigen setzt die Fachkräfte immer stärker unter Druck und treibt die Beiträge in die Höhe. Bereits in den vergangenen 20 Jahren hat sich die Zahl der Empfänger von Pflegeleistungen auf zuletzt rund 3,3 Millionen verdoppelt, und sie wird weiter wachsen – bis zum Jahr 2045 auf rund fünf Millionen Menschen.

veröffentlicht am 31.05.2019 um 15:40 Uhr

Zu diesem Ergebnis kommt eine im Januar 2019 veröffentlichte Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Deshalb muss der Beitragssatz der Pflegeversicherung der Studie zufolge bis zum Jahr 2045 von 3,05 auf 4,25 Prozent steigen. Das wären für ein heutiges Durchschnittseinkommen fast 550 Euro mehr im Jahr, teilte die Stiftung mit. Eingerechnet dabei ist, dass es mehr Pflegekräfte geben soll und diese auch besser als heute bezahlt werden sollen.

Bereits Anfang 2019 war der Beitragssatz um 0,5 Prozentpunkte angehoben worden. Bis 2022 dürfte laut Studie das Geld somit reichen. Doch ab 2025 wachsen die Ausgaben laut der Prognos-Erhebung im Auftrag der Bertelsmann Stiftung weiter, ohne dass die Einnahmen entsprechend in die Höhe gehen.

5 Millionen Pflegebedürftige soll es im Jahr 2045 geben

Eine der wichtigsten Ursachen für den Kostenanstieg ist der Studie zufolge die Alterung der Bevölkerung. Studienleiter Stefan Etgeton mahnte laut einer Mitteilung: „Zur nachhaltigen Sicherung der Pflege bedarf es zusätzlicher Maßnahmen.“ Neben besserer Bezahlung und Personalausstattung gehe es den Pflegebeschäftigten vor allem um arbeitnehmerfreundlichere Bedingungen, den Ausbau und die Anerkennung ihrer Kompetenzen und um selbstbestimmtes Arbeiten.

Am 1. Januar war ein Maßnahmenpaket in Kraft getreten, das die Personalnot in der Pflege lindern sollte. Das Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sieht unter anderem vor, 13 000 zusätzliche Stellen in der Altenpflege zu schaffen. Außerdem sollen sich die Arbeitsbedingungen, die Vereinbarkeit von Arbeit und Beruf sowie die Bedingungen für die Pflege zu Hause verbessern.



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