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Keine Zukunft für letzten Porzellanladen

Fachgeschäft Frehe schließt Ende 2008

Stadthagen (jl). Stadthagen verliert eine Geschäftsadresse an der Obern straße: Dort will die Firma Frehe (Porzellan, Geschenke, Kochshop) zum 31. Dezember dieses Jahres ihre Pforten schließen. Dann wird auch am Hauptsitz Barsinghausen Schluss mit einer über 80-jährigen Einzelhandelstradition sein. Bürgermeister Bernd Hellmann und SMS-Vorsitzender Holger Schulz bedauern diese Geschäftsschließung.

veröffentlicht am 05.07.2008 um 00:00 Uhr

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Frehe-Inhaber Stefan Sudhölter hat nach eigenen Darlegungen keine Zukunft mehr für das Familienunternehmen gesehen, das er in dritter Generation führt. "Die Zahlen haben nicht mehr gestimmt", fasste Sudhölter eine Entwicklung zusammen, die vor etwa fünf Jahren begonnen habe. Seit damals sei der Umsatz im wichtigsten Segment von Frehe immer schneller zurück gegangen. Das Segment beschrieb Sudhölter mit "gedeckter Tisch". Gemeint sind Geschirr, Besteck und Trinkgläser. Diese Waren hatten bis 2003 ein Umsatzvolumen von 50 Prozent und danach einen immer schneller schwindenden Anteil. Sudhölter hat nach seinen Worten auf verschiedenen Wegen gegengesteuert. Am Hauptsitz Barsinghausen wurden neue Sortimente wie Schmuck und Gartenmöbel ins Sortiment genommen. Und auch der Aufbau der Stadthäger Filiale, der vor gut vier Jahren in der Rathaus-Passage begann, war laut Sudhölter ein Gegensteuern. "Wir wollten bei unseren wichtigsten Lieferanten bessere Einkaufskonditionen", so der Geschäftsführer. Bekommen hat Frehe "die besten" Einkaufsbedingungen; nur geholfen hat es aus heutiger Sicht nicht, weil das Kerngeschäft zu schwach geworden sei. Als einen Grund vermutet Sudhölter ein geändertes Konsumverhalten: "Tischkultur hat nicht mehr den Stellenwert wie noch vor Jahren." Der Geschäftsführer hat deshalb frühzeitig aufdie Bremse getreten. Frühzeitig, damit die 13 zum Teil sehr langjährigen Mitarbeiter (vier davon in Stadthagen) sich neue Jobs suchen können. Frühzeitig auch, "weil ich in Stadthagen keinen Leerstand hinterlassen möchte." Das Haus an der Obernstraße hatte Sudhölter vor gerade mal zweieinhalb Jahren erworben. Die Suche nach einem neuen Mieter habe begonnen. SMS-Vorsitzender Holger Schulz war von der Nachricht sichtlich gerührt. "Frehe hat ein Sortiment, das in jede Stadt gehört." Schulz bedauerte, dass Stadthagen wieder ein inhabergeführtes Geschäfte verliert, und nannte einen weiteren Faktor, der Frehe zum Nachteil gereicht haben könnte: Viele große Möbelmärkte hätten mittlerweile ähnliche Sortimente. "Das ist schade, ich bedauere das sehr", war die spontane Reaktion von Bürgermeister Hellmann. Dieser zeigte sich jedoch erleichtert, dass die Geschäftsschließung "nichts mit Stadthagen zu tun hat".



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