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Unfallstatistik soll Standort bestätigen / Landkreis: Starenkasten entschärft Unfallschwerpunkte / Kosten: rund 30 000 Euro

Extra-Blitzer für Raser aus Richtung Hessisch Oldendorf?

Rehren (kdt). Die stationäre Geschwindigkeitsmessanlage, der so genannte Starenkasten, an der Kreuzung der Landesstraße 439/434 in der Ortsdurchfahrt in Rehren steht nach der Installierung vor einigen Wochen weiterhin im Mittelpunkt der Diskussionen: Die Rehrener Bürger sind weiterhin der Ansicht, dass der Standort der Anlage nicht glücklich gewählt ist und eigentlich auf der anderen Straßenseite gebltizt werden müsste.

veröffentlicht am 18.08.2006 um 00:00 Uhr

Die Fahrbahnbreite und die langgezogene Kurve machen eine Messun

Die Unfallkommission mit Vertretern des Straßenverkehrsamtes des Landkreises, der zuständigen Polizeidienststelle in Rinteln, des Straßenbauamtes in Hameln und der Gemeinde Auetal war allerdings nach Auswertung von statistischen Unfallzahlen der Meinung, der Unfallschwerpunkt liege nicht in der Vorfahrtsverletzung, sondern in der überhöhten Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer im Zuge der Landesstraße 439 aus Fahrtrichtung Hattendorf. Denn dort seien bei einer Vielzahl von Verkehrsunfällen in den letzten zehn bis 15 Jahren erhebliche Unfallfolgen zu verzeichnen gewesen, bei denen mehrere Tote und Schwerverletzte zu beklagen waren. Die vom Niedersächsischen Straßenverkehrsamt in Hameln vorgenommenen Verkehrserhebungen hätten gezeigt, dass aus Fahrtrichtung Hessisch Oldendorfzwar auch mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren wird, Verkehrsteilnehmer jedoch nur gelegentlich an Verkehrsunfällen beteiligt sind. Doch gerade in dem Punkt scheiden sich die Geister, weil subjektiv betrachtet,örtliche Anwohner andere Beobachtungen gemacht haben. Auf Anfrage lässt Kreisdezernentin Ursula Krahtz zurzeit Unfallzahlen zusammenstellen, die eine genauere Auskunft über die Gefahrenmomente aufzeigen können. Sollten diese Ergebnisse eine neue Erkenntnis über den Standort der Messanlage erbringen, könnte ein weiterer Starenkasten die Raser auf der L 434 - aus Richtung Hessisch Oldendorf kommend - erfassen. Diese Maßnahme unterstützt auch der Auetaler CDU-Kreistagsabgeordnete Torben Sven Schmidt, der auf Drängen der Bürger seinerseits eine Anfrage beim Landkreis gestellt hat. Eine weitere Geschwindigkeitsmessanlage kostet rund 30 000 Euro und beinhaltet erhebliche technische Probleme. Denn schon die Unfallkommission hatte in ihrer Beurteilungüber den Standort Bedenken gegen eine Anlage für Verkehr aus Richtung Hessisch Oldendorf, weil in der langgezogenen Rechtskurve keine korrekte Messung möglich sei. Jetzt will der Landkreis, der im Jahr 2000 die stationäre Überwachung freiwillig übernahm und sich zum Ziel gesetzt hat, Verkehrsunfallprävention an speziell ausgewählten Gefahrenpunkten umzusetzen, die örtliche Situation noch einmal überprüfen. Eine schwenkbare Messanlage am jetzigen Standort ist ebenfalls aus technischer Sicht nicht möglich. Die notwendigen Kontaktschleifen lägen im zentralen Kreuzungsbereich und wären durch Abbiegevorgänge schwerer Nutzfahrzeuge störungsanfällig. Bei der Breite der Straße und dem Abstand zum Starenkasten gäbe es außerdem keine verwertbaren Fotos von ertappten Schnellfahrern. Für Elvira Bokisch von der Landkreis-Bußgeldstelle ist eines sicher: "Egal, an welchem Standort eine Geschwindigkeitsmessanlage steht: Die Unfallschwerpunkte werden deutlich reduziert, weil Raser allein durch das Erkennen der Anlage ihre Fahrweise anpassen."

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