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Anfragen von Investoren sind da – aber Brandschutzauflagen und isolierte Lage stehen dagegen

Ex-Pflegeheim für Flüchtlinge noch zu teuer

Steinbergen. Mit der Flüchtlingskrise möchte so mancher Investor ein Geschäft machen. Selbst das schon seit zwei Jahren leer stehende ehemalige ProSenia-Pflegeheim an der Kreuzung B 238 und B 83 in Steinbergen lockt Interessenten an. „Zwei habe ich in jüngster Zeit schon über das Gelände geführt“, sagt Insolvenzverwalter Sascha Bibiha aus Minden. „Aber die Anfragen scheiterten beim Landkreis. Die Brandschutzauflagen sind hoch, und das Objekt erscheint wegen seiner abgeschiedenen Waldrandlage auch aus Sicherheitsgründen nicht geeignet.“

veröffentlicht am 28.10.2015 um 00:00 Uhr

Autor:

Dietrich Lange

Bibiha verwaltet das Objekt mit seinen über 800 Quadratmetern Nutzfläche seit Jahren. Mehr als 2 Millionen Euro Verbindlichkeiten liegen auf dem Objekt. Die Brandschutzinvestitionen für den Weiterbetrieb als Pflegeheim hätten mindestens 250 000 Euro betragen. Inzwischen würden fast wöchentlich Einbrecher dort einsteigen, manchmal Kupferkabel aus den Wänden reißen. „Ich habe den Hausmeister aus Sicherheitsgründen schon angewiesen, das Objekt nicht mehr allein zu betreten“, teilt Bibiha mit.

Die potenziellen Investoren hätten auch zu hohe Einnahmeerwartungen gehabt, und bezahlen wollten sie für das Objekt möglichst wenig. Bibiha: „Zuletzt wurde das Objekt offiziell für 250 000 Euro angeboten. Würden die Brandschutzauflagen erfüllt, wäre man zusammen schon bei einer halben Million. Bekäme man, angelehnt an ortsübliche Mieten, 5 Euro Miete pro Quadratmeter und einen Zehnjahresvertrag, brächte das maximal eine halbe Million Euro, also plus minus null. Da müsste der Kaufpreis schon deutlich niedriger liegen. 250 000 Euro Kaufpreis, da lachen doch die Interessenten.“

Ein Vertreter eines Düsseldorfer Auktionshauses hat sich das Objekt ebenfalls angesehen. „Er hat gesagt, man könne es höchstens mit 60 000 Einstandspreis in den Auktionskatalog aufnehmen, sonst würde es niemand interessieren“, sagte Bibiha.

Ob die derzeitigen Eigner der auf dem Objekt liegenden Forderungen (diese wurden von der Proceed-Investmentgesellschaft inzwischen weiterverkauft) einer so billigen Veräußerung zustimmen, ist nicht klar. Bibiha ist von einer konkreten Versteigerung nichts bekannt. Aber er fürchtet, dass auch die neuen Eigner hoffen, durch die Flüchtlingsprobleme mehr Geld machen zu können.



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