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Schaumburger Börsennacht: Chefvolkswirt der Nord/LB sieht Delle und Aufschwung

Experte sagt kleines blaues Auge für 2008 voraus

Stadthagen (dil). Mit mehr als 300 Besuchern hat die Schaumburger Börsennacht gestern Abend in der Stadthäger Schalterhalle der Sparkasse Schaumburg ihre bisher größte Resonanz gefunden. Gastgeber Sparkassenchef Hans-Heinrich Hahne begrüßte die Gäste zu einem Abend mit Bilanz der wirtschaftlichen Lage, Ausblick auf 2008 und Party.

veröffentlicht am 24.11.2007 um 00:00 Uhr

Aha-Effekte gab es nicht nur in Sachen Wirtschaftsprognose, sond

"Prognosen fallen derzeit schwer, denn wir haben einen riesigen Liquiditätsberg, der um die Welt geht. Die Bankenkrise ist derzeit spannend, da ist richtig was los", erklärte Hahne eingangs. "Aber getroffen hat es die Sparkasse Schaumburg nur im Allgemeinen, denn wir investieren nicht in marode amerikanische Immobilienkredite." Ohnehin würden Wertpapiergeschäfte nur 13 Prozent in der Sparkassenbilanz ausmachen, "und die legen wir vorsichtig an, um die Risiken zu begrenzen". Der Moderator des Abends, Dr. Uwe Graells, empfahl im Spaß eine örtliche Risikoanlage: "Wir hätten die Stadthäger Festhalle in einen Immobilienfonds packen sollen, dann wären wir sie jetzt los." Warum nicht, meinte Hahne, in England, Israel und einigen anderen Ländern sei noch genügend Geld da. Seriös ging es dann mit dem Vortrag von Torsten Windels, Chefvolkswirt der Nord/LB, weiter. Marktausblick, Zinsen und Aktien waren seine Themen. Er würdigte die längste Wachstumsphase seit Jahrzehnten, in der sich nun China und Indien zu so starken Volkswirtschaften entwickelt hätten, das ein Erlahmen der US-Konjunktur nicht mehr so gravierende Auswirkungen hätte wie früher. Doch auch in den USA sah er für die nächsten Jahre wieder positivere Tendenzen: "Ich glaube nicht, dass sich die Weltwirtschaft von den USA abkoppeln wird, aber auch nicht, dass die USA in einen Abgrund stürzen werden." Für Deutschland sagte er ein Wachstum von 1,8 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt voraus. In der ersten Jahreshälfte 2008 werde der Dax fallen, in der zweiten dann aber wieder gen 8000 Punkte streben. Die gefühlte Inflation sei momentan wegen der stark gestiegenen Benzin- und Butterpreise höher als die tatsächliche. Letztere werde 2008 wegen des Wegfalls des Effekts der Mehrwertsteuererhöhung aber wieder sinken. "Ein kleines blaues Auge werden wir 2008 kriegen", hieß seine Konjunkturprognose für 2008. Ausführlicher Bericht in der Montag-Ausgabe.



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