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Orchideenschau im Eilser Kursaal / Gäste aus ganz Niedersachsen / 50 Prozent mehr Zulauf registriert

Exotisches Blütenmeer verzaubert die Besucher

Bad Eilsen (sig). Sieht man von den Rosen ab, dann müssen die Orchideen in der Pflanzenwelt keine ernsthafte Konkurrenz befürchten. Sie umgibt ein exotischer Zauber, und der Artenreichtum ist unerschöpflich. Ihre Vielfalt versetzte auch wieder die zahlreichen Besucher ins Staunen, die sich am vergangenen Wochenende im Kursaal einfanden. Dort hatten die niedersächsischen Orchideenfreunde zu einer Ausstellung eingeladen, die sie im Wechsel von zwei Jahren wiederholen.

veröffentlicht am 06.03.2007 um 00:00 Uhr

Die Schönste der Schönen: Die aus Madagaskar stammende "Angraceu

Für manche Besucher aus Niedersachsen war das Anlass genug, um einen Familienausflug in den Kurort zu unternehmen. Wo bekommt man sonst eine solche Fülle dieser vom Ursprung her tropischen Schönheiten zu sehen? Im Kursaal waren sie von Züchtern und Gartenbaubetrieben so übersichtlich angeordnet, dass man einen nahtlosen Rundgang unternehmen konnte. Im Obergeschoss fanden Beratung, Verkauf und Umpflanzen für die Gäste statt, die ihre eigenen Orchideen mitgebracht hatten. Natürlich sollte man schon einiges Wissen und einen "grünen Daumen" haben, wenn man sich mit der Hege und Pflege der zauberhaften Blüten befasst. Sie verschmähen nämlich Blumenerde, dürfen nicht zu viel gegossen werden, bevorzugen bestimmte Temperaturen und Lichtverhältnisse. Und auch für das Düngen gibt es Regeln, die beachtet werden sollten. Aber der Mensch hat es zumindest geschafft, die Orchideen zu "domestizieren", die einst in den tropischen Urwäldern zu Hause waren und dort die Äste von riesigen Bäumen als Standort nutzten. Wohlgemerkt: Eine Schmarotzerpflanze wie zum Beispiel die Mistel, die sich aus den Säften der Wirtspflanze ernährt, ist die Orchidee nicht. Die Wurzeln holen sich im Urwald die Nährstoffe überwiegend aus der Luft und aus dem Regenwasser. "Es gibt 35 000 Arten undüber 200 000 Kreuzungen", berrichtet der 1. Vorsitzende der Orchideenfreunde in Niedersachsen, Uwe Mittrach, aus Burgwedel bei Hannover. Dank der züchterischen Erfolge sei es inzwischen mit Hilfe von Substraten aus Rinde, Torf, Styropor und anderen Zusätzen möglich, dass die Orchideen auch am heimischen Blumenfenster ihre Pracht voll entfalten. Uwe Mittrach besitzt eine Orchidee, die schon 30 Jahre alt ist und jedes Jahr neue Triebe bringt. In seinem 40 Quadratmeter großen Gewächshaus stehen über 1000 dieser Pflanzenschönheiten. Der heimische Orchideenfreund Johannes Opatz aus Nienstädt ist bei seinen Züchtungen ähnlich erfolgreich. Bei der Ausstellung im Kursaal wurden erstmalig Karnivoren gezeigt. Das sind Fleisch fressende Orchideenarten, sich mit Hilfe von Insekten ernähren. Welche Eigenheiten die 3000 Orchideen auch immer haben, die in Bad Eilsen zu bewundern waren, für die Aussteller wurde die Veranstaltung ein Erfolg. Die Besucherzahl stieg um etwa 50 Prozent. Auch die beteiligten Gartenbaubetriebe hatten viele Fragen zu beantworten, zahlreiche Pflanzen umzutopfen und machten zudem beim Verkauf gute Umsätze. Die achtköpfige Jury war lange damit beschäftigt, die ausgestellten Orchideen zu bewerten und bronzene, silberne und goldene Auszeichnungen zu verleihen. Abgeräumt hat Friedhelm Franke aus Pattensen. Seine aus Madagaskar stammende "Angraceum sesquipedale" wurde als absoluter Champion eingestuft und erhielt dazu die Goldmedaille. Diese Orchidee kann nur von einem Nachtfalter bestäubt werden, der einen besonders langen Saugrüssel besitzt. Sonderpreise gab es außerdem für Orchideenfenster und für die Fleisch fressenden Karnivoren. Bei der Tropennacht am Sonnabend bot die Steelband "Tortuga" mit ihren Trommeln Rhythmen von ganz spezieller Klangfarbe dar. Außerdem versorgte Heidi Tegtmeier mit ihrem Team vom Café am Kurpark die Gäste mit exotischen Cocktails und Speisen.

Fast andächtig betrachten die Besucher die schier unerschöpflich
  • Fast andächtig betrachten die Besucher die schier unerschöpfliche Blütenvielfalt.


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