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Der Bergmannsverein in Hagenburg kämpft ums Überleben / Kein Nachwuchs in Sicht

Existenz steht auf dem Spiel

Hagenburg. Michael Heinisch, der Vorsitzende des Bergmannsvereins Hagenburg, blickt sorgenvoll in die Zukunft. „Wenn wir beide aufhören würden, ich weiß nicht, ob sich dafür noch einer findet“, sagt er über sich und seinen Stellvertreter Gerhard Busch.

veröffentlicht am 15.07.2015 um 19:26 Uhr

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Von den Glanzzeiten, als im Verein die Bergmannstradition mit Festen, Bällen, Fahrten und mit einem Museum auf dem Gelände des Schachtes „Weser“ hochgehalten wurde, ist die Traditionsgemeinschaft trotz Versammlungen, Ausflügen und Seniorennachmittagen weit entfernt. „Wir sind noch 67 Mann“, sagt Busch.

In den vergangenen Jahrzehnten ist die Verbindung zu den jüngeren Bergleuten über und unter Tage so gut wie abgerissen. Mit Tradition ist die Generation, die mit befristeten Verträgen „auf dem Werk“ anfängt, offenbar nicht mehr zu locken. „Was bringt mir das?“, so wird Heinisch, der selbst im Werk Sigmundshall in Bokeloh arbeitet, als Antwort auf seine inzwischen eher schüchternen Anwerbeversuche gefragt.

Nachwuchs ist – bis auf absolute Ausnahmen – nicht in Sicht. Der Verein ist stark überaltert, mit Mühe bekommen Heinisch und Busch Fahrten organisiert. Auch die anfallende Arbeit rund um das Bergwerksmuseum verteilt sich inzwischen auf wenige Schultern.

Auch die regelmäßigen Öffnungszeiten am Sonntagnachmittag sind nur noch mit Mühe umsetzbar. Wegen der Mitarbeiter-Knappheit überlegen Heinisch und der Vorstand, das Museum vom nächsten Jahr an nicht mehr regelmäßig, sondern nur noch auf Anfrage zu öffnen. Auskünfte und Führungen auch für Gruppen bieten Michael Heinisch nach Anmeldung unter (0 50 33) 98 07 13 sowie Gerhard Busch (0 50 33) 98 03 75.



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