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Platz für 15 Asylbewerber in der „Herbertus-Stube“ / Janisch: „Situation entspannter“

Ex-Gasthaus wird Flüchtlingsheim

Lauenau. Das ehemalige Gasthaus „Herbertus-Stube“ wird zu einer Flüchtlingsunterkunft umfunktioniert. Dies hat Gemeindedirektor Sven Janisch auf Anfrage bestätigt. 15 Asylbewerber sollen dort wohnen.

veröffentlicht am 08.01.2016 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 08.01.2016 um 08:57 Uhr

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Der Flecken hat das Gebäude gekauft und muss nur geringfügige Umbauarbeiten vornehmen lassen. Die Idee kam aus der Verwaltung, wie Janisch sagte, denn dort war bekannt, dass die Eigentümerfamilie den ehemaligen Gasthof schon seit einiger Zeit veräußern wollte. „Die hatten keine Verwendung mehr für das Haus“, so Janisch. Da die Gemeinde nach Wohnraum für Flüchtlinge sucht, nahm sie Kontakt zu der Familie auf, die Politik gab grünes Licht für den Kauf.

Das Gebäude beinhaltet zwei ehemalige Gästezimmer und zwei Wohnungen, die früher privat genutzt wurden. Dort sollen bald bis zu 15 Flüchtlinge einziehen. Die Küche und die einstige Gaststube dienen den Bewohnern künftig als Gemeinschaftsbereich. Der Zutritt erfolgt dann aber nicht durch den Vordereingang sondern über den Hinterhof, so Janisch. Die Umbauarbeiten sind hauptsächlich wegen der Brandschutzbestimmungen nötig.

Finanziell sieht der Gemeindedirektor kein Problem für den Flecken. Dieser nutzt ein Sonderdarlehensprogramm des Bundes für den Kauf von Immobilien zwecks Flüchtlingsunterbringung. Dieses läuft zehn Jahre und sieht null Prozent Zinsen vor. Die Tilgung finanziert die Gemeinde mit den Mieteinnahmen. Als Mieter tritt – wie sonst auch – der Landkreis Schaumburg auf.

Das Ex-Gasthaus wird die bisher größte Unterkunft für Flüchtlinge in der Samtgemeinde Rodenberg. Die nächsten Asylbewerber, die der Flecken vom Kreis zugewiesen bekommt, ziehen aber nicht in die „Herbertus-Stube“ ein. Zuvor hat die Gemeinde noch andere Wohnungen zu belegen, so Janisch. Die Suche nach weiteren geeigneten Immobilien laufe unterdessen weiter.

Das Düvel-Haus sei aber erst einmal raus aus der Diskussion. Wenn es eng werden sollte, könne der Flecken auch auf die Regenberg-Immobilie im Scheunenfeld zugreifen, wo die Kleiderkammer für Flüchtlinge eingerichtet wurde (wir berichteten). Eines ist für Janisch derzeit undenkbar: Sporthallen mit Asylbewerbern zu belegen.

Aus zwei Gründen: Einerseits soll verhindert werden, dass Schulen und Vereine dort vorübergehend keinen Sport treiben können. Außerdem wolle die Samtgemeinde „menschenwürdige Unterbringung“ nach hiesigen Standards garantieren, so Janisch.

Die Flüchtlinge fügen sich nach dessen Worten prima in die Ortsgemeinschaften ein. Derzeit betrifft dies aber vor allem Lauenau und Rodenberg. Doch Janisch kündigt bereits an: Jetzt wird die Verwaltung auch verstärkt in den kleineren Gemeinden auf die Suche nach Unterkünften gehen.

Janisch hatte bereits Anfang der neunziger Jahre maßgeblich bei der Bewältigung Flüchtlingswelle vom Balkan mitgearbeitet. Im Vergleich zu damals bewertet er die Situation innerhalb der Samtgemeinde als entspannter.



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