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Bergbad-Pokalschwimmfest: Liegewiese mutiert zur fröhlichen Multikulti-Zeltstadt / Oranje trägt Trauer nach EM-Aus

Exerzierplatzpräzision am Rand des Wettkampfbeckens

Bückeburg. Auch in seinem 29. Jahr ist das Bergbad-Pokalschwimmfest seinem Ruf als einer der größten und schönsten Schwimmsportveranstaltungen Norddeutschlands gerecht geworden. Genau 604 Athleten aus vier Nationen rangen an zwei Tagen auf den 50-Meter-Bahnen des Sportbeckens um Platzierungen und Pokale. Einmal mehr konnten sich die Organisatoren über einen reibungslosen Ablauf der Großveranstaltung freuen. Die Zeitplanung der Wettkampfabfolge grenzte schon an die Exerzierplatzpräzision eines Regiments preußischer Dragoner, so punktgenau konnten am Sonntagnachmittag die Startpfiffe zu den letzten Staffeln ertönen. Anschließend bekamen die erfolgreichsten Vereine und Einzelschwimmer aus den Händen von Bürgermeister Reiner Brombach und VfL-Schwimmchef Ralph Seele ihre Trophäen überreicht.

veröffentlicht am 25.06.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Johannes Pietsch

Auch rund um das eigentliche Wettkampfgeschehen zeigte sich das Bergbad-Pokalschwimmfest von seiner besten Seite. Für zwei Tage verwandelte sich die Liegewiese wieder in eine riesige Zeltstadt mit geradezu morgenländischem Flair, zu dem in diesem Jahr erstmals seit langer Zeit auch wieder die Temperaturen passten. "Wir sind so gut, dass diesmal sogar das Wetter mitgespielt hat", meinte ein bestens aufgelegterRalph Seele am Ende des zweiten Wettkampftages. Der Komplimente der auswärtigen Vereine, die dem Wettkampf teilweise seit Jahrzehnten die Treue halten, konnte sich Ralph Seele auch in diesem Jahr sicher sein. "Es ist wunderbar hier, allein schon deshalb, weil es hier die 100-Meter-Finale und die 100-Meter-Brust-Staffeln gibt", meinte Marcel Wenzel, Schwimmer und Trainer der SG HT 16 Hamburg. Teamkollege Philipp Sieber schätzt die internationale Besetzung desBergbad-Pokals wie die Freundschaft und das Organisationstalent der Gastgeber: "Für uns ist der Bergbad-Pokal als Saisonabschluss eines der besten Wettkampfangebote in ganz Deutschland." An Prominenz hatte das 29. Bergbad-Pokalschwimmfest in diesem Jahr zum dritten Mal den Europameisterschafts-Dritten Oliver Wenzel von der SG Neukölln aufzubieten, außerdem den zweimaligen Jugend-Europameister Alibek Käsler aus Hannover. Mit Owen van Krimpen ging erstmals ein Schwimmer aus den Vereinigten Staaten an den Start. Der 11-jährige Schwimmathlet zeigte sich von der Veranstaltung so begeistert, dass er spontan zusagte, in zwei Jahren mit einer größeren Abordnung von Schwimmsportlern seines amerikanischen Vereins BASS Spamming nach Bückeburg zu kommen. Als ältester Teilnehmer ging Jürgen Redemann von der SGS Bückeburg auf die Bahn. In einer Hinsicht war der diesjährige Bergbad-Pokal allerdings von größter Trübsal überschattet. Mit rund 150 Personen Schwimmern, Trainern, Kampfrichtern und Betreuern bildeten die Niederlande das mit Abstand größte ausländische Kontingent. Und als diese norddeutsche Dependance der Oranje am Sonnabendabend im großen Partyzelt auf dem Bergbadgelände die Niederlage ihres Teams gegen Russland bei der EM mitansehen musste, da wandelte sich ihr bislang überschäumender Wettkampf-Enthusiasmus zumindest für den Rest der Nacht in allertiefsten Jammer.

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