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Gesellschafterversammlung verschiebt Entscheidung auf Ende Juni / Aufsichtsratsverzicht strittig

EWR soll künftig "RService GmbH" heißen

Weserbergland (HW). "Wir haben die Notwendigkeiten sehr einvernehmlich besprochen, aber noch keine Entscheidung getroffen." Mit diesem Satz kam Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte (SPD) aus der Gesellschafterversammlung der Erlebniswelt Renaissance (EWR). Die Weichen für die Zukunft der EWR sollen nun in einer weiteren Zusammenkunft dieses aus Vertretern der Landkreise Schaumburg, Holzminden und Hameln-Pyrmont bestehenden Gremiums am 30. Juni getroffen werden.

veröffentlicht am 06.06.2008 um 00:00 Uhr

Rüdiger Butte

"Es besteht noch Beratungsbedarf in den politischen Gremien", begründete Butte das und berichtete, dass sein Stellvertreter in der Kreisverwaltung, Erster Kreisrat und Kämmerer Carsten Vetter, zum neuen Vorsitzenden der Gesellschafterversammlung gewählt worden ist. Geht es nach einem Beschluss des Hameln-Pyrmonter Kreisausschusses, dann soll die bestehende Gesellschaft der EWR "umfirmiert" werden und künftig "RService GmbH" heißen. Wobei "der bisherige Gesellschaftsvertrag in weiten Teilen" auch für die RService GmbH Anwendung finden soll, wie es in der Begründung heißt. Wesentlich dabei sei jedoch der Verzicht auf den Aufsichtsrat. "Als Gesellschaftsorgane fungieren künftig nur noch Geschäftsführung und Gesellschafterversammlung. Da die Standorte eigenverantwortlich agieren und die RService GmbH dem Grunde nach kein operatives Geschäft vollzieht, ist diese Reduktion der Organe zu rechtfertigen", heißt es wörtlich in der der Redaktion vorliegenden Beschlussvorlage des Kreisausschusses. Aber exakt an dem Punkt scheiden sich derzeit noch die Geister, wie Butte als Vorsitzender des Aufsichtsrates freimütig bekannte. Der Landkreis Holzminden beharre derzeit noch darauf, an diesem Kontrollgremium festzuhalten. Butte stellte aber noch einmal unmissverständlich klar: "Ich werde den Vorsitz nur noch bis zum 30. Juni ausüben. Darüber hinaus nicht. Wir brauchen den Aufsichtsrat nicht mehr, sondern sind künftig gleichberechtigte Partner und auf einvernehmliche Entscheidungen angewiesen. Ansonsten soll derjenige den Vorsitz übernehmen, der ihn fordert." Ein klarer Fingerzeig des Hameln-Pyrmonter Landrates in Richtung Holzminden. Allerdings ist es dem Nachbar-Landkreis bis dato nicht gelungen, Nachfolger für zwei zwischenzeitlich zurückgetretene Aufsichtsratsmitglieder zu stellen. "Deshalb ist ja auch noch Beratungsbedarf in den politischenGremien", so Butte. Von einem Tarn- oder gar Täuschungsmanöver hinsichtlich der neuen Namensgebung will der Hameln-Pyrmonter Landrat jedoch nichts wissen. "Es gibt bestimmte Notwendigkeiten, um die Förderrichtlinien zu erfüllen. Wenn wir Rechte und Lizenzen zentral vorhalten, trägt das diesem Gedanken Rechnung. Die Verantwortung für den jeweiligen Standort liegt künftig bei denjenigen, die das Sagen haben", erklärte Butte und betonte, dass dies auch für das Hamelner Hochzeitshaus gilt, es aber auf keinen Fall mehr einen finanziellen "Nachschuss" geben wird. Derzeit sei die Stadt Hameln damit beschäftigt, ein neues Konzept für die Nutzung des geschlossenen Hochzeitshauses zu finden. "Dabei ist es wichtig, das Thema Renaissance mit aufzunehmen, um förderadäquat zu bleiben. Und wie ich gehört habe, liegen erste Ergebnisse vor", sagte Butte, wollte aber nähere Einzelheiten nicht nennen.

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