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Hameln-Pyrmonter Fraktionen beraten am Freitag noch einmal / Fortführungsinsolvenz ist für Butte keine Lösung

EWR: Nachbar-Kreisausschuss vertagt Entscheidung

Weserbergland (ni). Nachdem sich der Hameln-Pyrmonter Kreisfinanzausschuss am Mon tag ergebnislos mit der Frage eines weiteren Zuschusses für die "Erlebniswelt Renaissance" beschäftigt hat, ist gestern Nachmittag auch der Hameln-Pyrmonter Kreisausschuss ohne Beschlussempfehlung für die alles entscheidende Kreistagssitzung am 27. November ausein ander gegangen. Wie Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte im Anschluss an die Sitzung mitteilte, haben alle Fraktionen nach "ausgiebiger Diskussion" weiteren Beratungsbedarf geltend gemacht.

veröffentlicht am 22.11.2006 um 00:00 Uhr

Bis Freitag sollen die Fraktionen mit weiteren Zahlen aus der "Erlebniswelt" versorgt werden, sagte Butte. Unter anderem werde darin "auch das vorgesehene Einsparpotenzial" beziffert. Einen ausgefeilten Wirtschaftsplan, wie von einigen Hameln-Pyrmonter Abgeordneten gefordert, könne Dr. Carsten Bartsch als designierter Nachfolger von EWR-Geschäftsführer Thomas Gersmeier allerdings nicht liefern. Von der Verwaltung werde parallel dazu die Frage geprüft, welche Konsequenzen mit einer so genannten "Fortführungsinsolvenz" verbunden wären. Butte gab zu verstehen, dass er diesen Weg - nämlich das Unternehmen bewusst in die Insolvenz gehen zu lassen mit dem Ziel, es weiterzuführen - auf keinen Fall gehen möchte, weil er gleichbedeutend sei "mit einer Entscheidung gegen alle Handwerker, die von der EWR noch Geld zu erwarten haben". Sie müssten sich in diesem Fall mit zwei Prozent ihrer Forderungen zufrieden geben. "Ein Betrieb käme dadurch garantiert ins Straucheln", so Butte. Bei anderen Firmen wären zumindest Arbeitsplätze in Gefahr. "Die Verwaltung wird zur Kreistagssitzung an ihrem Vorschlag festhalten, das Projekt weiterzuführen", sagte Butte. Die Entscheidung liege allerdings bei den Politikern der drei Gesellschafter-Landkreise. Hameln-Pyrmont ist als erster gefordert. Am 27. November müssen die dortigen Abgeordneten Farbe bekennen, ob sie die EWR mit einem weiteren Zuschuss in Höhe von 543 600 Euro am Leben erhalten "oder den Stecker rausziehen wollen" (Butte). Einen Tag später steht die Entscheidung in Schaumburg an, am 11. Dezember im Landkreis Holzminden. Steigt auch nur ein Gesellschafter aus und weigert sich, seinen Anteil beizusteuern, ist die Insolvenz von der EWR nicht mehr abzuwenden. Butte gibt sich optimistisch, dass es dazu nicht kommen wird. Er baut auf eine Mehrheit pro EWR im heimischen Kreistag. Und von den beiden anderen Landräten habe er "Signale erhalten, die bei mir zu der berechtigten Hoffnung führen, dass sich alle für den Erhalt des Projektes einsetzen."

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