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Burkhard Balz glaubt trotzdem an weitere Fördergelder – und an Oettingers Englischkenntnisse

EWR hinterlässt bei der EU schlechten Eindruck

Hameln-Pyrmont (fh). Das kostspielige Scheitern des Tourismusprojekts Erlebniswelt Renaissance (EWR) hat bei der Europäischen Union alles andere als einen guten Eindruck hinterlassen. Der heimische Abgeordnete des Europaparlaments, Burkhard Balz, sieht dennoch für die Zukunft nicht schwarz, wenn es um EU-Gelder für die Region geht: „Nur weil eine Sache in der Vergangenheit ziemlich vor die Wand gefahren ist, muss das ja nicht heißen, dass wir in anderen Bereichen keine guten förderungswürdigen Projekte haben“, sagt der CDU-Politiker im Redaktionsgespräch.

veröffentlicht am 31.01.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 01.03.2018 um 17:01 Uhr

9,8 Millionen Euro aus Brüssel waren in die Erlebniswelt geflossen, acht Millionen muss nun das Land Niedersachsen zurückzahlen. Aber letztendlich sei mit dem EWR-Geld ja durchaus „etwas angeschoben worden“, urteilt Balz. „Alles andere ist ein Fall für den Staatsanwalt.“

Um künftige Förderungen ging es für den einzigen EU-Parlamentarier aus dem Weserbergland auch bei seinem Antrittsbesuch bei Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte. Für die nächste Förderperiode – von 2014 bis 2020 – hoffen die Landkreise Hameln-Pyrmont und Holzminden weiterhin als strukturschwach und somit besonders förderungswürdig anerkannt zu bleiben. Es gebe allerdings auch keine Anzeichen, „dass das Weserbergland da herausfallen soll“, betont Balz nach dem Gespräch im Hamelner Kreishaus.

Für den EU-Parlamentarier stehen derzeit noch ganz andere Finanzthemen auf der Tagesordnung: Der ehemalige Banker aus Stadthagen ist einziger CDU-Abgeordneter im Sonderausschuss des EU-Parlaments zur Wirtschafts- und Finanzkrise.

Mit dem EWR-Geld sei durchaus „etwas angeschoben worden“, urteilt Balz: „Alles andere ist ein Fall für den Staatsanwalt.“ Foto: Dana

Der im Oktober gegründete und vorerst auf ein Jahr befristete Ausschuss soll Ursachen der Krise ermitteln und Gegenmittel finden. „Man wird Finanzkrisen in Zukunft nicht verhindern können“, schränkt Balz ein. „Aber in Europa müssen wir uns überlegen, wie wir besser mit solchen Krisen umgehen können.“

Seit einem halben Jahr pendelt der 40-Jährige zwischen Brüssel, wo die Ausschüsse arbeiten, Straßburg, wo das EU-Parlament tagt, und Niedersachsen. So war Burkhard Balz dann mitten im Geschehen, als der designierte deutsche EU-Energiekommissar Günther Oettinger bei der Anhörung vor dem EU-Parlament glänzte. Und ebenso konnte Balz nicht überhören, wie Oettinger schon kurze Zeit später für sein holpriges Englisch mit Hohn und Spott überschüttet wurde. „Unsere Freunde aus Schwaben haben eine sehr nette Aussprache, da macht das englische ,th‘ manchem Schwierigkeiten“, springt Balz dem Parteikollegen schmunzelnd bei. Oettinger spreche sicherlich gut genug Englisch, um sich mit all seinen Kollegen bestens unterhalten zu können. Und Balz ebenso? „Ich habe in den letzten sechs Monaten zumindest nichts Gegenteiliges gehört“, antwortet der Abgeordnete mit einem Grinsen.



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