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Kreisausschuss ist bereit zur Vorfinanzierung von 85 Prozent der Mehrkosten in Bevern

EWR: Hameln-Pyrmont schießt Geld vor

Weserbergland (ni). "Wir wollen uns nicht den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass ein 20-Millionen-Projekt wegen weniger fehlender Euros vor die Wand gefahren ist." Mit diesen Worten begründete der Hameln-Pyrmonter Landrat und Aufsichtsratsvorsitzende der Erlebniswelt Renaissance GmbH, Rüdiger Butte, am Dienstagabend die Entscheidung des Kreisausschusses, für dieEWR doch noch einmal finanziell in die Bresche zu springen.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

Für am Standort Bevern entstandene Mehrkosten in Höhe von 70 000 Euro ist Hameln-Pyrmont bereit, 85 Prozent im Wege der Vorfinanzierung zuübernehmen, sofern Holzminden die restlichen 15 Prozent zahlt und Schaumburg sich verpflichtet, die in Bückeburg anfallenden Mehrkosten vorzufinanzieren. Nach Eingang der erwarteten Steuerrückzahlung in Höhe von 340 000 Euro sollen die Beträge den beiden Landkreisen als "Vorwegabzug" zurückerstattet werden. So lautet im Kern der Beschluss, dem sowohl Butte als auch die Mehrheitsgruppe aus CDU, FDP und Grünen zustimmte. Die Sozialdemokraten enthielten sich. Ziel des Landkreises sei es, "die Förderfähigkeit des Projektes zu erhalten", erklärte Butte nach der mehrstündigen Sitzung. So kurz vor der endgültigen Fertigstellung der EWR-Standorte Bevern und Bückeburg "wollten wir das Projekt nicht an einem Liquiditätsengpass scheitern lassen". Nachdem Holzminden sich geweigert hatte, für das Defizit in Bevern einzuspringen, wäre EWR-Geschäftsführer Dr. Holger Rabe kaum noch eine andere Möglichkeit geblieben, als für die Gesellschaft Insolvenz anzumelden. Mit dem Beschluss habe der Kreisausschuss seine Entscheidung, kein neues Geld für die EWR in die Hand zu nehmen, nicht über Bord geworfen. Butte: "Wir nehmen kein Geld in die Hand, wir schießen es nur vor." Mit Schaumburg sei der Beschluss abgesprochen. Sollte Holzminden das Angebot ablehnen, sehe er allerdings keinen Ausweg mehr aus der Dauerkrise. Butte: "Weitere Bewegung wird es in diesem Landkreis nicht geben." So wie Bückeburg und Bevern an den Start gegangen sind, hat sich für Butte auch der Aufsichtsrat der Erlebniswelt Renaissance erledigt. Sollte einer der EWR-Gesellschafter anderer Auffassung sein, stehe er jedenfalls "nicht mehr für einen Vorsitz zur Verfügung", sagte der Hameln-Pyrmonter Landrat.

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