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Vor allem Gespannfahrer sollten sich genauestens erkundigen

Europa uneins bei Tempolimits für Caravans

veröffentlicht am 21.07.2012 um 00:00 Uhr

Dank moderner Assistenzsysteme dürfen in Deutschland mehr als 80 Prozent der insgesamt 570 000 Heime am Haken auf der Autobahn mittlerweile mit Tempo 100 unterwegs sein. Zumindest bis an die nächste Landesgrenze. Von dort gelten für Gespanne ganz unterschiedliche Regeln.

Schlingerdämpfung, ABS, Stabilisierungsprogramm:

Wer diese Technik an Bord hat, darf hierzulande seit einigen Jahren das mobile Heim auf Tempo 100 beschleunigen. An den meisten Landesgrenzen spielt die technische Ausrüstung in Bezug auf dasTempolimit aber keine Rolle. In der Schweiz und in Liechtenstein gilt: Wohnwagen einreihen in den Schwerlastverkehr mit maximal Tempo 80! In Österreich darf unter denselben technischen Voraussetzungen wie in Deutschland 100 gefahren werden. Trotzdem ist in den meisten europäischen Ländern bereits Schluss bei Tempo 80. Das gilt für Italien, Slowenien, Kroatien, Tschechien, Polen, Dänemark und Schweden. Keine Angst vor Tempo mit Tender haben die Franzosen: Mit erlaubten 130 Sachen geht es dort besonders schnell zum nächsten Stellplatz. Die belgischen Nachbarn lassen die Wohnanhänger mit Tempo 120 durchs Land steuern. Im Mutterland des Caravans ist man vorsichtiger. Tempolimit für Urlaubsgespanne in den Niederlanden: 90 km/h.

80, 90, 130:

Selbst für erfahrene Pkw-Fahrer ist das Ziehen von Lasten eine Herausforderung, deshalb ist eine der dringendsten Empfehlungen: Diszipliniert fahren und die Tempolimits unbedingt einhalten! Bei Seitenwind die Geschwindigkeit den Verhältnissen anpassen. Und weil die meisten nur ein bis zweimal im Jahr mit dem Wohnwagen unterwegs sind: Mit dem beladenen Caravan ein paar Runden drehen, bevor es richtig auf Tour geht.

Zurren, füllen, runterpacken:

Einer der wichtigsten Aspekte für die sichere Ferienfuhre: richtig packen. Schwere Teile immer in Achsnähe platzieren und dafür sorgen, dass sie während der Fahrt auch dort bleiben. Möglichst die zulässige Stützlast von Anhänger oder Auto nutzen. Auch beachten: Weil die Hinterachse des Pkw die zusätzliche Stützlast des Anhängers verkraften muss, nicht die Hinterachse des Autos zusätzlich beladen.

Erkennen, Ruhe bewahren, reagieren:

Dem Schlingern eines Anhängers geht ein Prozess voraus, den man frühzeitig wahrnehmen kann. Die Alarmlampen beim Fahrer sollten angehen, wenn der Wohnwagen leicht schlingert, obwohl es keine Lenkbewegungen gibt. Hier gilt Tempo reduzieren, dann beruhigt sich das Gespann.

Weitblick, Abstand, Sicht:

Fahrzeug und Anhänger haben einen deutlich längeren Bremsweg und eine geringere Beschleunigung. Das heißt als erstes: mit viel mehr Abstand unterwegs sein. Das gilt nach vorne genauso wie zur Seite: Beim Überholmanöver auch auf ausreichend Luft zum Nebenmann achten.

Quelle: TÜV SÜD

So einig sich europäische Staaten in manchen Dingen sind, so unterschiedlich sind deren Ansichten und Gesetzgebungen, wenn es um Höchstgeschwindigkeiten für Caravans geht. Grafik: TÜV Süd



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