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Zwei Nachtjäger nisten bei Meyers im Garten - unter Beobachtung

"Eulen-TV" statt Krimi und Talk

Volksdorf (jed). Wenn andere Leute Krimis oder Talkshows einschalten, läuft bei Familie Meyer in Volksdorf ein wahrlich tierisches Alternativ-Programm. "Eulen TV" nennen Frank und Birgit Meyer das, was in ihrer guten Stube seit einigen Wochen regelmäßig über den Bildschirm flimmert.

veröffentlicht am 16.08.2008 um 00:00 Uhr

Zu sehen und zu hören sind fünf kleine Schleiereulen, die von ihren Eltern fleißig mit Mäusen versorgt werden, damit sie stark genug sind, um demnächst allein in der freien Natur zu überleben. Bilder und Töne kommen per Nachtsichtkamera und Funkübertragung aus einem sogenannten Schleiereulenkasten, den Frank Meyer hoch oben im Giebel des eigenen Hauses an der Bornstraße 5 angebracht hat. "Richtig spannend und hochinteressant, besonders beim Bügeln," schmunzelt Birgit Meyer. Nicht nur das, auch die Mäuseplage wird erfolgreich bekämpft, denn um die siebenköpfige Schleiereulenfamilie sattzubekommen, sind pro Tag gut und gerne an die 100 Mäuse nötig. Angefangen hat alles vor zwei Jahren. Damals wurde Meyers Arbeitgeber, die Arbeiterwohlfahrt, vom Naturschutzbund (Nabu) mit dem Bau einiger Schleiereulenkästen beauftragt. Das Interesse des Natur- und Tierliebhabers aus Volksdorf war schnell geweckt und so dauerte es nicht lange, bis auch am eigenen Haus ein solcher Kasten hing. Die nötigen Informationen zum Bau wurden aus dem Internet und von der Nabu beschafft. Erste Bewohner waren dann allerdings 2006 nicht die besagten Schleiereulen, sondern zwei Turmfalken. Die wollten dort auch letztes Jahr wieder einziehen, bekamen aber keinen Einlass, denn die Schleiereulen waren vor ihnen da und wollten partout nicht Platz machen. "Da gab es einen richtigen Kampf, da sind richtig die Federn geflogen," erinnert sich Frank Meyer. Die Schleiereulen sind jetzt offensichtlich Stammgäste geworden, denn sie haben sich auch dieses Jahr wieder bei Meyers einquartiert. Dass es die gleichen Tiere sind, steht für Frank Meyer fest: "Das Weibchen ist beringt, daran erkenne ich das." Insgesamt 22 junge Schleiereulen sind im letzten und in diesem Jahr aus den bisherigen drei Bruten geschlüpft.



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