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Gesellschafter des Bioethanol-Projekts verweigert Forderungsverzicht

Etha AG ist jetzt in der Insolvenz

Bückeburg (rc). Das geplatzte Bioethanol-Projekt im Hafen Berenbusch beschäftigt nun noch das Insolvenzgericht. Nachdem der Vorstandsvorsitzende der Etha AG, Jörg Gregel, bei der Bekanntgabe des Scheiterns des Projektes im September noch verkündet hatte, dass die Etha AG und ihre Untergesellschaften liquidiert werden könnten, machte ihm nun einer der drei Investoren einen Strich durch die Rechnung. Er verweigerte nach unseren Informationen die Unterschrift unter den notwendigen Forderungsverzicht für eine Untergesellschaft. Dies bedeutete, dass wegen Gewinnabführungsverträgen auch die Etha AG überschuldet, der Gang zum Insolvenzgericht also unumgänglich war.

veröffentlicht am 28.11.2008 um 00:00 Uhr

Insgesamt 3,4 Millionen Euro hatte die Etha AG in die Planung und Projektierung der Standorte in Bückeburg, Fürstenwalde und Haldensleben sowie den Ausbau des Verwaltungssitzes in Bückeburg gesteckt. Der weitere Ausbau der auf 73 Millionen Euro bezifferten Gesamtinvestition war gestoppt worden, als die Bundesregierung von dem Vorhaben Abstand nahm, eine zehnprozentige Beimischung von Bioethanol zum Benzin vorzuschreiben. Das Gericht bestellte Ende der vergangenen Woche den Mindener Rechtsanwalt Sascha Bibiha zum vorläufigen Insolvenzverwalter. Dieser teilte auf Anfrage unserer Zeitung mit, dass er derzeit dabei ist, sich einem umfassenden Überblick zu verschaffen. Da der operative Geschäftsbetrieb bereits eingestellt worden ist, erwarte er "eher eine ruhige Abwicklung". Um ihre Arbeitsplätze müssen allerdings noch die fünf der verbliebenen neun Mitarbeiter zittern. Alle neun Mitarbeiter sollten nach Aussagen Gregels von September in eigene Projekt- und Vermögensverwaltungsgesellschaften übernommen werden. Diese Übernahme werde weiterhin angestrebt, so Bibiha, derzeit würdenentsprechende Sondierungsgespräche laufen. Mit welchem Ergebnis sei derzeit nicht abschätzbar.

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