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Rischenauer Sänger haben viel vor

Es wird weiter gesungen

RISCHENAU. Sie sind nur noch zu Acht und zweifelsohne alle in die Jahre gekommen, aber die Freude am Gesang und die Gemeinschaft hält den Rest des einst stattlichen Männergesangvereins „Eintracht“ Rischenau nach wie vor noch eng zusammen. „Aufgeben?“, sagt Alfred Schildmann, „aufgeben ist kein Thema!“

veröffentlicht am 27.04.2017 um 06:30 Uhr

Diese acht Sänger des MGV 2Eintracht“ Rischenau wollen auch weiterhin unter der musikalischen Begleitung von Alfred Schildmann an der Harmonika ihr Hobby pflegen. foto: afk

Und da man auch einen ordentlich gewählten Vorstand aufweisen kann, ist auch der formellen Seite gedient, und so steht dem Vereinsfortbestand vorerst nichts im Wege. Zuletzt hatte den Chor der Tod seines Vorsitzenden Willi Müller getroffen. Der 82jährige stand sieben Jahre an der Spitze des Vereins und war zuvor von 1982 bis 2010 stellvertretender Vorsitzender. Sänger war Willi Müller, der auch zwischenzeitlich das Amt des Ortsvorstehers in Rischenau bekleidete und u.a. auch im Schützenverein viele Jahre führende Funktionen ausübte, seit 62 Jahren. „Wir werden ihm ein ehrendes Andenken bewahren“, versichert Schriftführer Helmut Jokiel. Das Chorleben muss und soll aber weitergehen, waren sich die Aktiven einig. Organisatorisch brachte den Chor das Ereignis nicht in Schwierigkeiten. Die Position des Vorsitzenden werde turnusmäßig im nächsten Jahr wieder besetzt. Im Rahmen der Jahreshauptversammlung rief der Schriftführer noch einmal die Vereinsaktivitäten in Erinnerung. Immerhin elf Auftritte allein oder auch verstärkt mit Sangesfreunden aus Heiligenkirchen absolvierte man, darunter als ein Höhepunkt die Gesangseinlage beim 42. Gesamtlippischen Plattdeutsch-Treffen in Lage-Hörste im Oktober gemeinsam mit dem Freundeskreis der Steirischen Harmonika Lipperland. Dort präsentierte man auch das überdimensionale einzigartige handgearbeitete und beschriftete Liederbuch aus dem Vereinsfundus, das im Rischenauer Dorfgemeinschaftshaus seinen Platz hat. Aktiv mit dabei war der kleine Männerchor auch bei der Traditionsveranstaltung „Lügde singt“ im Klostersaal – dem wohl letzten Konzert dieser Art aufgrund der stetig abnehmenden Zahl von Chören im Großgemeindegebiet. Allerdings musste der Chor auch von einer Tradition Abschied nehmen: 63 Jahre lang hatte er jeweils am 1. Weihnachtsfeiertag den Gottesdienst in der Falkenhagener Kirche musikalisch gestaltet. Aufgrund der zu geringen Zahl von Sängern musste man davon Abstand nehmen. „Schweren Herzens“, wie Jokiel bedauerte.

Aber es wird weiter gesungen, jeden Montag von 20 bis 22 Uhr im mit Bildern aus glorreichen Zeiten und Fahnen geschmückten Vereinsraum des Dorfgemeinschaftshauses pflegen die acht „Eintrachtler“ ihr Hobby und haben auch nach ersten Ständchen zu zwei 92. Geburtstagen (darunter den des ältesten aktiven Sängers Willi Gnade) durchaus noch einige Auftritte im Programm. Und immer wieder wird dann auch schon mal das Ehrenbuch in die Hand genommen, in der die Geschichte des MGV aufgearbeitet ist. Einige Restexemplare sind noch in der Volksbank-Filiale in Rischenau für 40 Euro zu erwerben. afk

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