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Architekt der Landeskirche Hannover mit Sanierung der Katharinenkirche noch nicht ganz glücklich

"Es wird erstaunlich oft nachgebessert..."

Kathrinhagen (rnk). So ganz zufrieden ist Christian Skibbe nicht, wie er so ganz allein in der Katharinenkirche steht und sich die Arbeit der letzten Tage ansieht. Dem Architekten für Bau und Kunstpflege der Landeskirche Hannover gefallen die unterschiedlichen Ansätze an den verputzen Wänden nicht so richtig: Ihm sind die Übergänge zu stark zu sehen. "Doch vielleicht trocknet sich das noch aus", meint er.

veröffentlicht am 02.11.2007 um 00:00 Uhr

Die Katharinenkirche wird saniert: Im Bereich des Altars und vor

Grundsätzlich ist er mit der Sanierung und Renovierung des Gotteshauses zufrieden (wir berichteten). Zwar haben sich nach der Abnahme der Fußbodenbretter neue Probleme ergeben - das Nadelholz aus Fichte und Tanne war durchgefault und wurde jetzt durch Eichenholz ersetzt, das mindestens 50 Jahre halten soll -, aber die Erfahrungen, die Skibbe gemeinhin bei den Sanierungen der Kirchen sammeln darf, die blieben ihm hier erspart: Normalerweise finden sich immer wieder neue Aufgaben und Probleme, die angegangen und gelöst werden müssen. In Hattendorf etwa hatte Skibbe ein echtes Extrembeispiel: Aus einer eher kleineren Sanierung wurde eine Arbeit, die sichüber zwei Jahre hinzog. Hier war das Problem der durchgefaulten Hölzer mit einem Anruf erledigt: Zusätzliche Mittel wurden bewilligt, Skibbe hat dann noch einen kurzen schriftlichen Bericht geschrieben - das war's. Das alte Bauherrenmotto "Rechne gut, nimm das Doppelte und bete, dass es reicht - in Kathrinhagen traf es nicht zu. "Aber 20 Prozent Reserve sollten in jeder Kostenrechnung schon noch drin sein", erzählt Skibbe. 130 000 Euro wird die Sanierung unter dem Strich kosten, schätzt Skibbe, 30 000 Euroübernimmt der Kirchenkreis (für die Heizung), den Rest überweist die Landeskirche. Was noch fehlt, sind die Sandsteinarbeiten: Im Bereich des Altars und vor den Fenstern fehlen noch die Platten. Und die Tischler müssen noch die Böden verlegen. Wiederkommen wird Skibbe: In der nächsten Woche wird er noch einmal schauen, wie der Trocknungsprozess sich entwickelt hat. Normalerweise, so erzählt er, schaut er sich jede Baustelle der Landeskirche zwei Mal die Woche an. Muss oft nachgearbeitet werden? (Schließlich erhalten die Aufträge doch nur Spezialisten.) "Doch", sagt Skibbe," es wird erstaunlich oft nachgebessert." Wie lange die Sanierung vorhält, weiß auch Skibbe nicht zu sagen: "Immerhin haben wir hier keine elektrische Beleuchtung, keine Lampen, sondern nur Kerzen. Und das nicht zu knapp." Aber 20 Jahre, so lässt der Mann aus Hannover durchblicken, 20 Jahre soll es schon dauern, bis die Sanierer wiederkommen müssen.

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