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Jugendausschuss führt Aufbaustaffeln ein / Stärkung des Jugend-Spielniveaus wird abgeschmettert

Es wird beschlossen, dass nichts beschlossen wird

Jugendfußball (hga). Der Berg kreißte und gebar eine Maus - mit diesem Gefühl verließen einige Jugendleiter die Arbeitstagung des Jugendausschusses vom Fußballkreis Schaumburg.

veröffentlicht am 22.11.2007 um 00:00 Uhr

Wilhelm Dieterich (M.), 1. Vorsitzender vom Jugendausschuss, ist

Rund zwei Stunden hatten die Jugendleiter und der Jugendausschussüber zwei Anträge beraten, die bereits auf dem Kreisjugendstaffeltag gestellt und die jetzt beraten wurden. Zum einen lag ein Antrag vom SC Rinteln vor, dass zurzeit praktizierte Play-Off-System zu verändern. In der aktuellen Regelung werden jeweils in der Hinrunde im Herbst die Teilnehmer zur Kreisliga in der Rückrunde im Frühjahr darauf ausgespielt. Diese Regelung hatte zur Folge, dass starke Mannschaften ihre Staffeln dominierten, Ergebnisse von 25:0 oder 32:0 sorgten aber für Unmut und Demotivierung der schwächeren Mannschaften. Der Antrag vom SCR sah vor, bereits nach der aktuellen Serie eine feste Kreisliga auszuspielen, die dann in Hin- und Rückrunde den Kreismeister ausspielen sollte. Zum einen sollten so - nach einer Qualifikationsrunde und der tatsächlichen Leistung ermittelten - starke Mannschaften zusammengefasst werden. Die schwächeren Mannschaften sollten ähnlich spielen, dann in Kreisklassen. Ziel der Änderung sollte sein, schwächeren Mannschaften nicht die Lust am Fußball durch zu hohe Niederlagen zu nehmen und auf der anderen Seite den stärkeren Mannschaften durch einen höheren Leistungsanreiz bessere Entwicklungsmöglichkeiten zu geben. Vom TSV Krankenhagen kam ein diesem Antrag völlig gegensätzlich gegenüberstehender Modell: Die bislang in der Hinrunde benutzte regionale Einteilung sollte auch für die Rückrunde gewählt werden, um ortsnahe Begegnungen zu ermöglichen. Nach längerer Diskussion, in der viele Argumente hin und her gingen, präsentierte der Jugendausschuss seinen eigenen Vorschlag, der dann bei vier Gegenstimmen angenommen wurde. Ab der Saison 2008/09 wird auf dem Meldebogen für die Vereine die Frage stehen: "Halten Sie ihre Mannschaft für schwach?" Ein Ja als Antwort würde diese Mannschaft in eine neue Aufbaustaffel, von denen es von den C- bis zu den FI-Junioren je zwei geben soll, eingeteilt. Insgesamt wird pro Klasse von sechs Staffeln ausgegangen, neben zwei Aufbaustaffeln sollen die jeweils zwei Erstplatzierten in der Rückrunde in die Kreisliga, die übrigen in eine 1. und 2. Kreisklasse Süd und Nord eingeteilt werden. Auf diese Weise möchte der Jugendausschuss überhohe Niederlagen vermeiden. Allerdings werden starke und schwache Mannschaften nicht durch einen Nachweis ermittelt, zumindest die zukünftigen Aufbaustaffeln beruhen einzig auf der Ehrlichkeit der jeweiligen Trainer. Kommen nicht genug Mannschaften zusammen um eine Aufbaustaffel zu bilden, bleibt alles wie es ist. Die Einteilung in Kreisklassen für Nord und Süd entsprach dem Antrag vom TSV Krankenhagen, so bleibt es bei regionalen Begegnungen - ohne echte Leistungsnachweise, da die Mannschaften dann jeweils fast ausschließlich untereinander spielen. Auch der Hinweis vom SCR, dass hier keinerlei Weiterentwicklung zu erwarten ist, fruchtete nicht. Auf den Hinweis von Carsten Meier, Vorsitzender vom FC Stadthagen, es müsste mehr getan werden, die D-Junioren wären doch beispielsweise der Unterbau für die C-Junioren die auf Bezirksebene spielen, erteilte Wilhelm Dieterich, Vorsitzender vom Jugendausschuss, dem Leistungsgedanken eine klare Absage: "Wir spielen nicht für Bezirksmannschaften." Ab diesem Zeitpunkttrat die ablehnende Haltung des Jugendausschusses gegenüber tieferen Änderungen deutlich zu Tage. Es bedurfte einer längeren Debatte, um dem Jugendausschuss die Genehmigung abzuringen, dass wenigstens die Kreisliga der D-Junioren über das gesamte Spielfeld ausgetragen werden kann. Dieterich sahin diesem Ansinnen zunächst einen Verstoß gegen die NFV-Satzung, den er ziemlich erregt zurückwies. Erst der Hinweis aus der Versammlung auf satzungskonforme Ausnahmemöglichkeiten schaffte Abhilfe. Am Ende setzte sich der Jugendausschuss durch, es blieben als einzige Neuerung die Aufbaustaffeln, die ausschließlich auf einer persönlichen Einschätzung einzelner Trainer oder der Jugendleiter gebildet werden sowie in der Rückrunde eine Unterteilung Schaumburgs in Nord- und Südkreisklassen. Ein großer Teil der Jugendleiter beteiligte sich nicht an der Entscheidungsfindung, die Argumente wurden fast ausschließlich zwischen Vereinen mit stärkeren Mannschaften und denjenigen, für die es ausschließlich auf die regionale Komponente - verkürzt auf die Entfernungen - ankam, ausgetauscht. Die Arbeitstagung hinterließ nicht nur bei einigen Beteiligten einen faden Beigeschmack, so wollten sich Anwesende vom Vorstand des Kreisfußballverbandes nicht öffentlich zu Verlauf und Ergebnis äußern.



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