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Kinder aus Krasniza sind als Frühstücksgäste im Hotel Brückentor eingeladen

"Es war schon schwierig, auch nur zehn Gastfamilien zu finden"

Rinteln (cok). Was für eine fröhliche Frühstücksrunde im Hotel Brückentorsaal! Zehn Mädchen und Jungen aus Krasniza in Weißrussland, zurzeit Gäste in Rintelner Familien, plaudern in ihrer warmklingenden Muttersprache, werfen ab und zu ein deutsches Wort ein, und bedienen sich, erst zögerlich, dann doch mit echtem Frühstückshunger am Morgenbuffet.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 07:09 Uhr

Nutella und Leberwurst sind die Favoriten bei den Gästen aus Kra

Christina Brokmann, die neue Hotelbesitzerin, hatte die russischen Gastkinder eingeladen: "Ich wäre gerne auch Gastmutter gewesen, aber mit meinen Beruf ist das leider unmöglich", meint sie. "So konnte ich mich wenigstens ein bisschen an der Aufgabe der Krasniza-AG beteiligen." Jede Unterstützung der Initiative, die Kindern aus dem Gebiet des Tschernobyl-Atomkraftwerk-Unglücks von 1986 eine Erholung bietet, ist von Nöten. Hiltraud Mumme, die sich mit aller Kraft für die Betreuung der etwa zehnjährigen Schüler engagiert, zeigt sich ziemlich besorgt: "In manchen Jahren hatten wir über 30 Gastfamilien, aber diesmal war es schon schwierig, auch nur zehn Familien zu finden", sagt sie. "Das Bewusstsein dafür, wie wichtig es für die Kinder aus oft durch Krankheit sehr belastenden Familien ist, mal in eine ganz andere Welt kommen zu dürfen, scheint leider zu schwinden." Immer noch etwa 70 Prozent der weißrussischen Kinder seien durch die Folgen der Atomkraftwerk-Katastrophe gesundheitlich geschädigt. Valeria und Diana, Viktoria, die beiden Julias, Wladimir und Olga, Artjom, Jekaterina und Anton - sie sind zum Glück alle kerngesund. Sie gehen auf dieselbe Schule in Krasniza und haben ihre tatkräftige Lehrerin Nadja Hilkewitch an der Seite, die sie, zusammen mit Hiltraud Mumme, auf allerlei schöne Ausflüge begleitet. Dabei und in ihren Familien schnappen die jungen Schüler möglichst viele deutsche Worte auf, und das fällt ihnen gar nicht so schwer, denn die meisten haben bereits seit der zweiten Schulklasse Deutschunterricht. Sie alle sind liebenswürdig und höflich. Am Frühstücksbuffet muss Christina Brokmann sie immer wieder ermuntern, endlich herzhaft zuzugreifen, und als sie das dann tun, liegt Nutella pur ganz vorne bei den Lieblingssachen, und gleich darauf die dicke Leberwurst, die den meisten sehr vertraut vorkommt. Zum Abschluss singen sie ein Dankeslied. "Ich hoffe, dass fürs nächste Jahr wieder mehr Rintelner an der Aktion beteiligt sind", hofft Hiltraud Mumme: "Bis Weihnachten müssen wir wissen, wie viele Kinder wir einladen können." Vier Wochen bleiben die Gäste insgesamt, geplant ist, dass sie beim nächsten Mal nach 14 Tagen die Gastfamilie wechseln. Wer Interesse hat, ein weißrussisches Kind bei sich aufzunehmen, findet Informationen bei Dieter Seydell, Exten, (05751) 43614.

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