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Theater-AG des 6. Jahrgangsüberzeugt / Selbst die Kulissen im Adolfinum sind echt

"Es sollte kein Harry Potter werden": Riesenbeifall für die "Luna 7"-Mimen

Bückeburg (cw). Die Zeiten der Hexenverfolgung sind zum Glück lange vorbei, in der Aula des Adolfinum hat eine Schülergruppe die Thematik jedoch neu aufleben lassen. Die Theater-AG des 6. Jahrgangs erzählte mit dem Stück "Luna 7 - Hexenfieber" die Geschichte von 3 Schwestern, die der Hexerei angeklagt werden aber sich mit Hilfe der Nachbarskinder retten können. Ausgangspunkt war das Projekt "Hexen in Schaumburg" der "Schaumburger Landschaft".

veröffentlicht am 10.04.2006 um 00:00 Uhr

Viel Wert legen die Sechstklässler auf stilechte Kostüme. Foto:

In dem Theaterstück von Volkmar Heuer-Strathmann, der auch die Leitung übernahm, fliehen drei Geschwister (Luisa Russmann, Anika, Everding und Kyra Lötzer), deren Mutter als vermeintliche Hexe verbrannt worden ist, vor dem drohenden Schicksal in die Wälder. Mithilfe echter Baumstümpfe hatten die Schüler den Wald mitsamt einem Lagerfeuer dargestellt. Um die Stimmung optimal einzufangen bedienten sie sich auch akustischer Elemente. Geräusche eines Uhus läuteten die Nacht ein, Tiergeräusche von Kühen und Schweinen den Tag. Im Dorf macht derweil die Runde, die drei Schwestern seien vom Teufel geholt worden. Die Kinder des Dorfes versorgen die Flüchtigen im Wald mit Essen, bis man im Dorf den Nahrungsdiebstahl bemerkt. Graf Ansgar (Timo Kubera) beauftragt mit seinem Gefolge den Jäger Hannes (Lennard Wanzek) wenigstens die Älteste der Schwestern aus der Verborgenheit zu locken. Doch sie haben die Rechnung ohne den Bauernbuben und drei Mädchen des Dorfes gemacht. Als Geister verkleidetüberlisten sie Jäger Hannes und verhelfen den drei Verfolgten zur Rettung. Indem sie einem kranken Kind Hilfe leisten, öffnen sie den "hohen Herrschaften" die Augen. Um die Atmosphäre der Vergangenheit zu schaffen, bediente sich Heuer-Strathmann der Sprache der alten Zeit. Wenn die Künstler minutenlange Monologe in altmodischer Sprache vortragen, kommt echte Mittelalterstimmung auf. Damit sich die Schauspieler in ihre Rollen einfühlen konnten, habe man das Stück langsam erlesen und besprochen, so Heuer-Strathmann. "Die Kinder sollen literarisch lernen. Ich wollte keinen Harry Potter schreiben". Die schauspielerische Leistung wurde vom Publikum mit begeistertem Applaus gewürdigt und auch Projektleiter Heuer-Strathmann war mit dem Verlauf es Stückes angesichts der schwierigen Thematik und der langen Texte mehr als zufrieden.

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