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Ein Blick in die Nikolaikirche, die bis zum 23. Dezember geschlossen bleibt

"Es soll ja eineÜberraschung sein..."

Rinteln (cok). Wie ein Weihnachtszimmer, in dem die Bescherung vorbereitet wird, bleibt die Nikolaikirche in den Tagen vor dem großen Fest für die täglichen Besucher geschlossen und öffnet erst wieder am 23. Dezember ihre Türen. Wer aber durch das Seitentürchen hineinlugt, kann sehen, wie fleißig man dort arbeitet.

veröffentlicht am 19.12.2007 um 00:00 Uhr

Fleißig im Einsatz: Rechts und links von dem Altar stellt ein He

Gerade wurden, rechts und links neben dem Altar, zwei riesengroße Tannen aufgestellt, die man eigentlich kaum zu schmücken bräuchte, so über und über sind sie mit Tannenzapfen bestückt. Sie stammen aus dem Garten der Rintelner Familie Mangold, wo sie das Team um Rainer Thielke in seit Jahren trainiertem Vorweihnachtszeit-Zusammenspiel absägte und auf die richtige Länge kürzte. Die Bäume waren ursprünglich fast 15 Meter hoch und es stand zu befürchten, dass sie noch so einen Sturm wie Kyrill nicht überstehen würden. "Ach ja, wir sehen es mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt Frau Mangold, die vor Ort in der Kirche dabei ist, als "ihre" Bäume zurechtgestutztwerden. "Wir haben jetzt eine Sorge weniger, aber die Vögel, die ihre Verstecke in den Tannen hatten, ich hoffe, sie kommen trotzdem weiterhin in unseren Garten." Überall liegen noch die Werkzeuge herum und es ist wahnsinnig laut, weil das Sägemehl mit einem Profistaubsauger aufgesaugt wird. Abgesägte Äste liegen herum, die noch entsorgt werden müssen, Küsterin Helga Döringshoff fegt Tannennadel zusammen, Pastorin Astrid Bunselmeyer betätigt sich alsFotografin. Besucher kann man jetzt wirklich nicht gebrauchen. "Außerdem", so Helga Döringshoff, "es soll ja eine Überraschung sein, wenn alles fertig geschmückt und überall die Kerzen angebracht sind." Etwas abseits steht das Holzkreuz mit den Gebetszetteln, die dort von Kirchenbesuchern aufgehängt werden können, mit ihren Bitten und Danksagungen an den lieben Gott. Ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest, das wünschen sich viele. Anders als in so manchem Jahr davor wird Gott kein einziges Mal direkt mit dem Weihnachtsmann verwechselt, der ganz konkrete Spielzeugwünsche erfüllen soll. "Bitte mach, dass wir nie mehr Hausaufgaben aufkriegen", steht da allerdings, und auch: "Weniger Schule bitte, aber mehr Frieden!" Neben all den Fürbitten für Familienmitglieder, den Wünschen nach einer neuen Liebe oder Erfolg im nächsten Jahr, findet sich auch eine kindliche, ganz uneigennützige Ansprache an das göttliche Gegenüber: "Wie geht es Dir da oben? Hier unten geht es mir gut. Hast Du schon jemanden zum Quatschen gefunden? Deine F." Ganz still allerdings wird es jedoch nicht zugehen bis zur Wiedereröffnung. Die Landfrauen feiern noch ihren traditionellen Gottesdienst und auch die aus dem ganzen Landkreis angereisten Familien der Schüler aus der britischen Prinz-Rupert-Schule versammeln sich zu einem anglikanischen Gottesdienst mit viel Musik. Am 23. Dezember dann dürfen sich alle Bürger wieder in die weihnachtlich geschmückte Kirche begeben und schon mal vorfühlen, wie es sein wird, am großen Weihnachtsfest...

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