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Jahresausstellung der "Schaumburger Künstler" in Lauenau eröffnet / 200 Gäste bei Vernissage

Es muss nicht immerÖl sein: Reste als Kunst

Lauenau (nah). Es müssen nicht immer Ölfarbe und Leinwand sein. Seltener Kalksandstein von der Loire, Zuckerstückchen und Bonbonpapier, auch alte Zeitungen können zum Kunstwerk werden. So gesehen bei der am Sonntag eröffneten Jahresausstellung des Vereins "Schaumburger Künstler" im Lauenauer Gewerbepark. Der Querschnitt aus den Werkstätten und Ateliers von 15 Mitgliedern und drei Gästen ist noch bis zum 5. Oktober an allen Wochenenden geöffnet.

veröffentlicht am 12.09.2008 um 00:00 Uhr

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Rund 200 Besucher haben sich allein schon bei der Vernissage einen ersten Blick auf Malerei und Skulpturen, Radierungen und Keramikkunst nicht entgehen lassen wollen. Unter ihnen befand sich Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, der die Schau formal eröffnete und für den Landkreis versprach, die Unterstützung regionaler Kunst "nicht auf Null setzen" zu wollen. Er bescheinigte schließlich dem Verein und dem Flecken Lauenau gleichermaßen "Kreativität und Schaffenskraft": "Eine Ausstellung in dieser Größe und Qualität in diesen Räumen ist schon bemerkenswert." Seit 2002 hat die Künstlervereinigung, die vor rund drei Jahrzehnten mit Ausstellungen im Torhaus der Schaumburg begann, auf einem ehemaligen Fabrikgelände ihr endgültiges Domizil erhalten. Neben den regelmäßig vertretenen Ausstellern galt das besondere Interesse wiederum den Gästen. Außer der Fotografin KarinBaum, die heute in Dänemark lebt, ist auch Johannes Brockmeyer im Raum Lauenau aufgewachsen. Der erst 24-jährige Kunststudent freute sich über seine erste Gelegenheit, außerhalb der Saarbrücker Hochschule seine abstrakten Acryl- und Ölbilder präsentieren zu können. Das Talent, das einst mitComiczeichnungen begann, sucht nach eigenen Worten noch seinen Weg ins künstlerische Schaffen und bevorzugt große Formate: "Sie können schneller überzeugen." "Meine Art, Zeitung zu lesen", verrät Marina Kledzik-Hoyer mit Pappmaché-Figuren, die zu den am meisten bestaunten Objekten werden dürften: Aus zwei alten Zeitungsausgaben formt sie skurril anmutende Figuren, denen sie mitunter aus einer Schlagzeile entlehnte Titel gibt. Dass aus vermeintlichen Resten durchaus auch Bilder werden können, fällt bei einem näheren Blick auf die Arbeiten von Jutta Braschke auf. Von einem französischen Bildhauer hat sie selten gewordenen weißen Kalksandstein erhalten und diesem ganz behutsam Formen gegeben. Die fast staubähnlichen Sandkörnchen waren ihr zum Wegwerfen zu schade: Prompt hat sie die Miniatur-Raritäten zu Bildern verarbeitet. Wer noch mehr aus regionaler Künstlerhand entdecken möchte: Die Ausstellung ist bis zum 5. Oktober sonnabends von 14 bis 18.30 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18.30 Uhr geöffnet. Die Zufahrt zu den Ausstellungsräumen im Innenhof des Gebäudes Carl-Sasse-Straße 3 in Lauenau ist wegen einer innerörtlichen Großbaustelle momentan nur über die Straßen "Am Markt" oder durch Südstraße und Gartenstraße möglich.

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