weather-image
14°
Motor der Biogasanlage wird kommende Woche gestartet / Erweiterung reduziert

"Es läuft alles besser als gedacht"

Hattendorf (la). In der kommenden Woche wird der Motor des Blockheizkraftwerks der Biogasanlage von Karl-Ludwig Oldendorf und Friedrich Biesterfeld in Hattendorf gestartet und damit der erste Strom in das Netz eingespeist.

veröffentlicht am 07.12.2007 um 00:00 Uhr

Die Biogasanlage in Hattendorf ist bereits in Betrieb. In der ko

"Es läuft alles besser als gedacht. Wir erzielen einen Methangasanteil von 67 Prozent und liegen damit über dem Durchschnitt", freut sich Oldendorf. Bereits vor einigen Wochen sind die beiden 2400 Kubikmeter großen Fermenter mit Biomasse gefüllt worden. 20 Tonnen werden jetzt täglich in die Fermenter eingebracht - Mais, Grünroggen, Gras sowie Gülle und Mist, damit die Anlage stabil läuft. Die Biomasse lagern die beiden Landwirte in riesigen Plastikschläuchen auf dem Gelände. Geplant ist der Bau einer Silagebodenplatte, um dort die Biomasse zu lagern. Allerdings ist dazu eine Baugenehmigung notwendig, die die Betreiber der Biogasanlage im Rahmen eines Erweiterungsantrages gestellt haben. Dazu müssen der Flächennutzungs- und Bebauungsplan geändert werden (wir berichteten). Ursprünglich wollten Oldendorf und Biesterfeld die Erweiterung der bestehenden 500-Kilowatt-Biogasanlage auf 1,5 Megawatt beantragen. "Da viele Hattendorfer Bürger aber ihre Bedenken zu einer so großen Anlage und dem damit verbundenen Verkehrsaufkommen geäußert haben, haben die Landwirte beschlossen, den Hattendorfern einen Schritt entgegen zu kommen und nur eine Erweiterung auf 1,2 Megawatt zu beantragen", sagte Matthias Reinold vom Planungsbüro während der jüngsten Sitzung des Umwelt- und Bauausschusses in Borstel und stellte die Pläne vor. "Für die größere Anlage sind auf dem Gelände der bestehenden Biogasanlage kaum Veränderungen notwendig", sagte Reinold. Lediglich ein Fermenter mehr müsse aufgebaut werden. Die eigentliche Erweiterung finde im Technik raum statt, wo der Motor aufgerüstet würde. Zwar müsse für die größere Anlage mehr Biomasse herangefahren werden, "aber die Fahrten verdoppeln sich nicht automatisch", erklärte Planer Reinold und griff damit die größten Bedenken der Anwohner auf. In der Haupterntezeit, also im Mai und Oktober, sei derzeit im schlimmsten Fall mit neun Fahrten pro Stunde zu rechnen. Bei einer 1,2-Megawatt-Anlage würden es elf Fahrten pro Stunde werden. "Das ist aber wirklich der schlimmste anzunehmende Fall. Also während der Haupterntezeit", so Reinold. Wer aber genau aufpasste, stellte fest, dass dies eine "Milchmädchen-Rechnung" ist. Denn um die notwendige Biomasse zur Anlage zu bringen, sind zwar nicht mehr als elf Fahrten pro Stunde notwendig, aber die Zahl der Anfahrtage erhöht sich - und zwar von zehn auf etwa 16 bis 20 Tage. Ob die Bürger dies wirklich als Entgegenkommen der Landwirte werten, muss abgewartet werden. Ebenso wie die Entscheidung des Landkreises zur Teillöschung eines Landschaftsschutzgebietes. Die Pläne für die Änderung des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes für die 1,2-Megawatt-Anlage werden aber voraussichtlich im Januar 2008 öffentlich ausgelegt.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare