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Höhepunkt der Hochzeitsfeierlichkeiten: Trauung in der Stadtkirche mit 900 Gästen / Anspruchsvolles Musikprogramm

"Es ist leichter ein Schloss zu bauen, als eine Ehe zu führen"

Bückeburg. Vier Worte sind Dreh- und Angelpunkt des dreitägigen Festes, stehen im Mittelpunkt des einstündigen Hochzeitsgottesdienstes in der Stadtkirche. Um 13.15 Uhr spricht sie erst Fürst Alexander, anschließend Fürstin Dr. Nadja Anna zu Schaumburg-Lippe: "Ja - mit Gottes Hilfe".

veröffentlicht am 27.02.2009 um 06:48 Uhr
aktualisiert am 12.01.2017 um 22:06 Uhr

Das Jawort ist ausgesprochen, jetzt tauschen Fürst Alexander und
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Thomas Meinecke Redakteur zur Autorenseite

Fast drei Stunden zuvor war das Gotteshaus geöffnet worden, damit unten 765 Gäste, auf der Galerie weitere 150 Gäste Platz nehmen konnten. Ebenfalls auf der Galerie waren neben der Orgel die Sänger von Stadtkirchenkantorei, Schaumburger Jugendchor und Schütte-Chor sowie die Musiker des Orchesters Göttinger Symphoniker platziert. Roséfarbene und weiße Blumengebinde schmückten die Kirche, silberne Anstecker mit Krone und den Initialen des Brautpaares die Revers aller Gottesdienstbesucher. Als erster erscheint im grauen Cut der Bräutigam, begleitet von seiner Mutter, Fürstin Dr. Eva-Benita zu Schaumburg-Lippe. Ihnen folgen die vier Trauzeugen: Erbprinz Heinrich-Donatus - genannt "Teddy" - die Unternehmer Oliver von Boch ("Villeroy& Boch") und Sven Ley (Modemarke "Escada") sowie Maximilian zu Ysenburg und Büdingen, bereits im Standesamt Trauzeuge des Fürsten. Als nächste die Blumenkinder: Gracia von der Leyen (Tochter der Bundesfamilienministerin), Leonille zu Sayn-Wittgenstein, Antonia Cobanli, Maximilian von zur Mühlen, Leopold von der Schulenburg und Stanislaus von Stackelberg. Um 12.31 Uhr hebt das Orchester an. Zu den Klängen der 5. Sinfonie d-Moll op. 107 von Felix Mendelssohn-Bartholdy ("Ein feste Burg ist unser Gott") führt Eleonore Zsoeks ihre Tochter Nadja Anna in die Kirche. Die Braut trägt ein Korsagenkleid aus champagnerfarbener Radzimir-Seide, darüber ein figurbetontes Bolerojäckchen mit Stehkragen aus Guipure-Spitze, über dem Gesicht ein Schleier aus elfenbeinfarbenem Seidentüll, darüber das mit Brillianten besetzte "Cunningham"-Diadem aus dem Hausschmuck der Fürstenfamilie. Die Brautjungfern Vera Wagner, Janna Kauert, Szahra Haghihri und Dr. Fabienne Daigeler tragen die fünf Meter lange Schleppe. Mit einem kurzen Friedensgruß eröffnet Landesbischof Jürgen Johannesdotter den Gottesdienst. Das geistliche Volkslied "Geh aus mein Herz und suche Freud" (an der Orgel: Kantor Siebelt Meier) und der von Roderic von Bennigsen vorgetragene besinnliche Mittelsatz aus Antonio Lucio Vivaldis Konzert für Violoncello und Orchester e-Moll (RV409) rahmen das Eingangsvotum des Landesbischofs ein, in dem er aus dem 36. Psalm vorliest. Mit den Worten "Sie haben sich einen sehr anspruchsvollen Trauspruch ausgewählt" wendet sich Pastor Thomas Krage an das Brautpaar. Es handelt sich um eine Stelle aus dem zweiten Timotheus-Brief des neuen Testaments: "Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit." Krage spricht von der "Herausforderung Ehe". Die Ehe sei "nicht einfach da", sie sei ein Weg, bei dem beide Eheleute die Grenzen des anderen erkennen und respektieren, ihr gegenüber nicht überfordern dürften. Der Pastor: "Es ist leichter ein Schloss zu bauen, als eine Ehe zu führen." Anschließend singt die Sopranistin Helen Donath "Träume" von Richard Wagner, und nach der Schriftlesung des Landesbischofs Mozarts "Laudate Dominum Omnes Gentes", welches zum Höhepunkt überleitet. "Ja - mit Gottes Hilfe." Der von beiden Brautleuten gesprochene Satz geht via Radiowellen hinaus in die Republik. Die Segnung durch den Bischof, das Gebet der Gemeinde ("Vaterunser") und die Fürbitten der Trauzeugen leiten über zum Kirchenlied "Großer Gott, wir loben Dich". Das Besondere daran: Erstmals erklingt zu diesem Lied eine Begleitung für Symphonieorchester; Hermann Breuer hat diese Bearbeitung erstellt. Die Uraufführung ist ein Geschenk der Göttinger Symphoniker und ihresDirigenten Christoph Mueller an das Brautpaar. Unter den Klängen der Ouvertüre aus Johann Sebastian Bachs Orchestersuite Nr. 3 D-Dur endet die Zeremonie eine Stunde, nachdem sie begonnen hat.

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