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Neujahrsempfang der Reservisten-Kreisgruppe Weserbergland / Landeschef beklagt Desinteresse gegenüber der Bundeswehr

"Es interessiert keinen mehr, was wir in Kabul machen"

Bückeburg (mig). Für sein Bekenntnis zum Bundeswehr-Standort hat Bürgermeister Reiner Brombach beim Neujahrsempfang der Kreisgruppe Weserbergland im Verband der Reservisten viel Beifall bekommen. "Insgesamt leben hier 4000 Menschen von der Bundeswehr. Wenn die Bundeswehr Bückeburg verlassen hätte, hätte das einen Kahlschlag bedeutet", sagte Brombach. Auch der Protest gegen den Fluglärm nehme ab.

veröffentlicht am 17.01.2008 um 00:00 Uhr

Sie werden für 30, 35, 40 und 45 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Der Vorsitzende des Kreisverbands, Ernst Nitschke, freute sich in seiner Begrüßung vor allem über die mit Sebastian Edathy und Joachim Runkel reichlich vertretene Polit-Prominenz. "Es ist schön zu sehen, dass unsere Arbeit anerkannt wird.", Nitschke berichtete von Herausforderungen (Auflösung der nichtaktiven Bataillone), sieht aber auch Chancen. "Wir werden weiterhin gebraucht und das sogar in steigendem Umfang." Neue Tätigkeitsfelder böten sich in der Verstärkungsreserve oder auf Spiegeldienstposten sowie den neuaufzustellenden nichtaktiven Pionierbataillonen. "Die Kommandeure und Truppenteile reichen den interessierten Reservisten die Hand; wir sollten die Herausforderung anpacken", sagte Nitschke. Ins gleiche Horn stieß auch der Stellvertreter des Generals der Heeresflieger, Oberst Hans Heinrich Heitmann, der von einer "deutlich gewandelten" Reservistenarbeit sprach. "Ich konnte mich im Kosovo selbst davon überzeugen, wie aktive Soldaten und Reservisten Schulter an Schulter arbeiten", so Heitmann. Kritischere Töne schlug der Landesvorsitzende der Reservisten, Manfred Schreiber, an. Er monierte ein "freundliches Desinteresse" der Gesellschaft an der Bundeswehr und betonte: "Es interessiert keinen mehr, was wir in Kabul machen." Schreiber schlug vor, dass Politiker einmal im Jahr bei der Bundeswehr hospitieren sollten. MdB Sebastian Edathy begrüßte in seiner Ansprache das beschlossene Weiterverwendungsgesetz ("ein klares Signal, dass der Staat die Bundeswehr und ihre Angehörigen auch in Notsituationen nicht im Stich lässt") und gab der Wehrpflicht "eindeutig" den Vorzug gegenüber einer Berufsarmee. Im Anschluss an die Ansprachen wurden Dietmar Werhahn, Claus Reinhard, Wolfgang Kurbjuhn, Walter Kälberloh und Lothar Hage für 30 Jahre, Helmut Wirausky, Wilfried Krull und Wilfried Döhrmann für 35 Jahre, Heinrich Rohde und Herbert Bremer für 40 Jahre, sowie Anno Madretzki, Bruno Horstmeyer und Dieter Bierbaum für 45 Jahre Mitgliedschaft geehrt.

Der Vorsitzende des Kreisverbands, Ernst Nitschke: "Wir werden w
  • Der Vorsitzende des Kreisverbands, Ernst Nitschke: "Wir werden weiterhin gebraucht und das sogar in steigendem Umfang." Fotos: mig

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