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Mehrheitsgruppe legt langfristige Ziele für die Schulentwicklung in der Stadt Hameln fest

„Es ging uns vorrangig um das Wohl der Kinder“

Hameln (ni). Sie wollen eine Integrierte Gesamtschule für Hameln, plädieren für eine engere Verzahnung von Kita und Grundschule und bekennen sich auch zu so unbequemen Entscheidungen wie die Schließung von Schulstandorten: Die Mehrheitsgruppe im Hamelner Rat hat ihre langfristigen Ziele zur Schulentwicklung in Hameln festgelegt und sich dabei ausdrücklich „nicht primär“ vom Blick auf die angespannten Finanzen leiten lassen. „Es ging uns vorrangig um das Wohl der Kinder und darum, was und wie sie lernen können“, so die schulpolitische Sprecherin der Sozialdemokraten, Christa Bruns.

veröffentlicht am 06.11.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 13.11.2009 um 15:08 Uhr

Die Hauptschule Südstadt ist wegen sinkender Schülerzahlen auf D

Grundlage für die Überlegungen von SPD, FDP und Grünen war der Schulentwicklungsplan, den die Verwaltung erstellt und in dem sie die zu beackernden Handlungsfelder aufgezeigt hatte. Wie etwa die Frage, ob Hameln die Trägerschaft für die weiterführenden Schulen behalten oder diese an den Landkreis abgeben sollte. Die Antwort der Mehrheitsgruppe: Die Trägerschaft ist nachrangig, vorrangig dagegen, dass an allen Schulen in Stadt und Kreis vergleichbare Standards herrschten. Um dies zu gewährleisten, sollten Stadt und Kreis zusammenarbeiten.

Auf Zusammenarbeit setzt die Mehrheitsgruppe auch im Bereich Kita und Grundschule. „Das letzte Kindergartenjahr sollte für alle Kinder verbindlich und kostenlos sein“, so der Wunsch der Gruppe an die Adresse der Landespolitik. Unabhängig davon soll die Verwaltung zusammen mit Kita- und Grundschulleitungen ein stadtweit einheitliches Konzept für die Kooperation erarbeiten.

Um die Integration des wachsenden Anteils ausländischer Kinder und Jugendlicher zu fördern, will die Mehrheitsgruppe die Migranten-Eltern verstärkt in das Bildungssystem einbinden. Auch hierfür soll die Verwaltung ein Konzept vorlegen. Und damit Kinder mit einer Behinderung ihr Recht auf Unterricht an einer Regelschule wahrnehmen können, soll gemeinsam mit dem Landkreis und den Förderschulen eine entsprechende Strategie entwickelt werden.

Eine flächendeckende Ganztagsbeschulung steht ebenfalls im Ziele-Katalog der Mehrheitsgruppe. Für die notwendige Versorgung mit qualifizierten Betreuern und Lehrern habe das Land zu sorgen. Von den heimischen Landtagsabgeordneten erwarte man, dass sie sich für diese Forderung in Hannover einsetzen.Die Auflösung von Schulstandorten ist in den Augen von SPD, FDP und Grünen angesichts der demografischen Entwicklung „unvermeidbar“. Sinken die Schülerzahlen in Haverbeck und Hastenbeck unter die pädagogisch vertretbare Klassenfrequenz von acht Kindern, so seien diese Standorte aufzugeben. Auch die Hauptschule Südstadt sei auf Dauer nicht zu halten. Eine Alternative zur Schließung könnte allerdings die Zusammenführung von Haupt- und Realschule sein.

Eine Integrierte Gesamtschule gehört nach Auffassung der Gruppe zur Komplettierung des schulischen Angebotes in Hameln. „Eltern sollen wählen können“, sagt der Liberale Herbert Habenicht und stellt sich damit gegen die offizielle „große Politik“ seiner Partei.

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