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Radverkehr

Es geht um die Verkehrswende

Zu: „CDU verteidigt Kürzungen beim Radverkehr“, vom 25. November
Wenn sie in der Dewezet richtig zitiert wurden, zeugen die Aussagen von CDU-Ratsmitgliedern zu Mittelkürzungen für den Radverkehr nicht nur von unangemessener Polemik und Schärfe gegenüber den Kritikern, sondern auch von einem traurigen, weil hinterwäldlerischen Verständnis für die Verkehrs- und Klimaprobleme der Gegenwart und Zukunft.

veröffentlicht am 06.12.2020 um 18:04 Uhr

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Natürlich muss in der Corona-Krise priorisiert, sprich gekürzt, werden – aber das ist nichts, was die Politik nicht grundsätzlich kennt. In Wirklichkeit geht es immer dann nicht darum, dass, sondern wo gekürzt wird. Die Wortwahl, dass die Radfahrerlobby „unter Realitätsverlust leide“, wenn sie denn nicht einsehe, dass ihre „Lieblingsprojekte“ nun nicht umgesetzt werden können, zeigt, welche Art von Denken dahintersteht: eine, die das Radfahren bestenfalls als nettes Hobby betrachtet, dessen Förderung selbstverständlich, quasi alternativlos, dem Rotstift zum Opfer fallen muss, wenn gekürzt wird. Dass es hier auch in unserer kleinen Stadt um die Zukunftsfrage „Verkehrswende“ geht, die heute – und nicht, wenn irgendwann einmal wieder Geld da ist – notwendig ist, ist diesen Politikern ganz offensichtlich nicht präsent. Insofern kann auch deren Argument, dass das Personal für den Radwegausbau fehlt, nicht überzeugen: Natürlich fehlt es, wenn es woanders für dringender gehalten und eingesetzt wird.

Warum ist es möglich, große Städte wie Kopenhagen oder Amsterdam radikal so umzubauen, dass Radverkehr tatsächlich Priorität hat, man in Hameln – wo man mit dem Fahrrad von jedem Punkt zu jedem Punkt in 20 Minuten kommen kann – aber schon am Bau eines von der Fahrbahn abgesetzten Radweges scheitert?

Es sollte inzwischen müßig sein, aber es muss scheinbar nochmals deutlich gesagt werden: Nicht neue Parkhäuser, nicht Plug-In-Hybridfahrzeuge, sondern Fahrräder sind die preiswerte, klimaneutrale, gesunde, kontaktfreie und ressourcenschonende Lösung für urbane Mobilitätsfragen der Gegenwart und Zukunft – auch und erst recht in der Pandemie. Es wäre schön, wenn das auch die CDU-Lokalpolitiker verstehen würden.



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