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SPD-Spitze zu Gespräch vor Ort / Noch erheblicher Beratungsbedarf

Es fehlen 26 Plätze: Kindergarten platzt inzwischen aus allen Nähten

Eilsen/Heeßen (thm). Der Kindergarten in Heeßen platzt buchstäblich aus allen Nähten. Für die Verantwortlichen in der Samtgemeinde besteht dringender Handlungsbedarf. Wie dringend, das ist jetzt bei einem Gespräch deutlich geworden, zu dem sich führende Sozialdemokraten aus der Samtgemeinde mit Kindergarten-Leiterin Christel Feindt undPastor Lutz Gräber von der Landeskirche als Träger der Einrichtung getroffen haben.

veröffentlicht am 24.07.2006 um 00:00 Uhr

SPD-Visite im Kindergarten Heeßen. Foto: thm

"Bis Ende Dezember fehlen Plätze für sechs Kinder, bis Ende Januar noch einmal zwölf, Ende Februar weitere sechs", zählte die Kindergartenleiterin den Fehlbestand auf, der sich für den Vorsitzenden des Samtgemeinderates Heinz Grabbe bis zum Ende des Frühjahrs 2007 gar auf "mindestens 26 Plätze" summiert. Und: Betroffenseien viele berufstätige Elternpaare, gerade die jedoch seien auf die Vormittagsplätze angewiesen. Inzwischen habe sich auch der - stets unter Ausschluss derÖffentlichkeit tagende - Samtgemeindeausschuss mit dem Problem befasst, skizzierte Grabbe den beiden Kindergartenvertretern nur kurz, dass es "erst Anfang bis Mitte August Klarheit" geben soll, welche Lösung die Samtgemeinde anstrebe. Bis dahin hätten alle im Rat vertretenen Fraktionen noch erheblichen Beratungsbedarf. Seine Fraktion berate Ende Juli, der Samtgemeindeausschuss trete am 7. August erneut zusammen, anschließend werde das Problem im Bauausschuss beraten, gab Grabbe den über die Parteigrenzen hinweg vorgesehenen Zeitplan wieder. Allein, derweil läuft den Verantwortlichen im Kindergarten die Zeit davon. "Was sage ich denn den Eltern, die ihre Kinder für Oktober angemeldet haben?", wollte Feindt von den drei SPD-Oberen wissen, wie sie ihre ellenlange Warteliste denn künftig verwalten soll. Oliver Keller, SPD-Spitzenkandidat für die Bürgermeisterwahl im Herbst, kann die Leiterin und die Eltern nur um "noch ein klein wenig Geduld" bitten. Allen Beteiligten sei klar, dass die Zeit dränge. Er wünscht sich folgende Marschrichtung: "Wenn wir etwas machen, dann am besten die Komplettlösung." Will sagen: Keller strebt eingroßes Paket an, in dem auch - bislang fehlende - Integrations- und Krippenplätze sowie weitere Hortplätze ihren Platz finden. Eine Lösung, die "schnell, preiswert und vernünftig für die Kinder" umgesetzt werden müsse. Heeßens Vizebürgermeister Kai Alack sprach den Betrag von 25 000 Euro an, welchen die SPD-Fraktion im Haushalt zugunsten des Kindergartens verankert hat. Die ursprünglich zum Absenken der Kindergartengebühren gedachten Mittel könnten ja auch anders - sprich: für eine wie auch immer geartete Erweiterung - verwandt werden, gab er eine Überlegung Preis, die in seiner Partei jedoch "noch nicht entschieden" sei. Laut Grabbe will die SPD bei ihrem Lösungsvorschlag den Wünschen von Eltern und Fachleuten Rechnung tragen. Kein leichtes Unterfangen, geht es doch um nicht weniger als Antworten auf die Fragen: Soll man anbauen? Oder ein geeignetes Objekt mittel- bis langfristig mieten oder pachten? Wie finanziert man das? Greift die Lösung langfristig, wo auch der Trend kreisweit für die nächsten 10 bis 15 Jahre Kinderzahlen auf gleichbleibend hohem Niveau erwarten lässt? Hintergrund: Heute werden im Heeßer Kindergarten 142 Kinder in sechs Vormittagsgruppen betreut, hinzu kommen die acht Hort-Kinder. Das Gebäude ist erst 1994 eingeweiht worden. Bereits vier Jahre später musste es erstmals erweitert werden.

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