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Hochwasserschutz, Solaranlage, Bebauungspläne: Rolf Wittmann vermisst grüne Gedanken im Rat

" Es bleibt viel zu oft nur bei den guten Worten"

Auetal (rnk). Beim Hochwasserschutz wollten die Mitglieder des Bauausschusses auf Nummer sicher gehen - und fragten den Experten. Daher führte Rolf Wittmann von den Grünen vor Monaten die Politiker durch das östliche Auetal und zeigte ihnen die ökologischen Fehler, die sie in der Vergangenheit gemacht hatten (wir berichteten). Jetzt kandidiert Wittmann wieder für den Gemeinderat.

veröffentlicht am 07.09.2006 um 00:00 Uhr

Naturnah: Der Altmeister der grünen Politik im Auetal dort, wo e

Nicht ganz unschuldig an seiner Rückkehr dürfte Thomas Stübke sein, der in Obernkirchen fünf Jahre im Stadtrat für Ökologie gekämpft und bewiesen hat, dass dort auch Erfolge zu erzielen sind. Die energetische Sanierung, die Stübke stets forderte, wird in der Bergstadt jetzt umgesetzt. Das hätte das Auetal auch längst haben können, erklärt Wittmann, man hätte bloß auf ihn hören müssen. Er verweist auf das Freibad. Er habe damals den Vorschlag gemacht, das Wasser für die Duschen durch eine Solaranlage wärmen zu lassen - ohne Erfolg. Dabei hätte dies zu großen Einsparungen im Energieverbrauch geführt. Und: Es wäre ein Weg gewesen, um in allen Einrichtungen der Gemeinde Geld zu sparen - von der Schule über die Feuerwehrgerätehäuser bis hin zu den Häusern, die die Gemeinde vermiete. Man müsse nicht nur überlegen, wie Geld in die Gemeindekasse kommen könnte, sondern auch, wo und wie gespart werden könnte. Zwar werde viel über dieses Thema gesprochen, meint Wittmann, "aber es wird nicht umgesetzt". Ein Manko, das er auf vielen Feldern der Auetaler Politik beklagt: "Es bleibt viel zu oft nur bei den guten Worten." Beispiel zwei für Wittmann ist der Hochwasserschutz. Er plädiert unverdrossen für die Renaturierung von Bächen und Zuläufen, "dann habe ich den besten Hochwasserschutz, den es gibt". Und das Geld für ein teures Rückhaltebecken spare die Gemeinde zudem noch. Mangelndesökologisches Bewusstsein kritisiert Wittmann auch bei der Aufstellung der Bebauungspläne. Eine bessere Versickerung in Neubaugebieten sei durchaus realisierbar. Bisher werden nach dem Prinzip verfahren, das Wasser "so schnell wie möglich" in den nächsten Bach zu leiten. Gerade in Spitzenzeiten,wenn also viel Regen falle, sei dies nicht gut: "Dann kommt schnell das Hochwasser." Wittmann verweist auf das Beispiel Hattendorf. Dort läuft das Wasser aus den Neubaugebieten in Richtung Friedhof, kann nicht abfließen und staut in Höhe der Autobahn zurück. Wittmann schlägt vor, es zu teilen und die eine Hälfte in Richtung Langenfeld zu leiten, wo es auf einer noch zu findenden Fläche versickern könnte, und iin den nächsten Bebauungsplänen die Sickergrube auf dem eigenen Grundstück festzuschreiben. Es gebe gute technische Möglichkeiten, eine Sickergrube einzurichten, die dann einfach wieder mit Boden aufgefüllt werde. Dann könnte das Wasser später, also nicht zu den Regenspitzenzeiten, den Bächen zugeführt werden. Wittmann weiß aus eigener Erfahrung, dass das Prinzip funktioniert: Auf seinem großen Grundstück in Bernsen hat er eine Sickergrube. Wittmann sieht es so:"In einen Bebauungsplan kann man nicht nur die Farben der Dächer reinschreiben, sondern auch wichtige Sachen." Was auffällt: Der Bernser betreibt keine Wahlwerbung. Keine Flyer, keine Plakate, von Kugelschreibern ganz zu schweigen - nichts. Wittmann setzt ganz auf seinen guten Namen.

Rolf Wittmann
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