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Hellmann und Edathy reden mit Bahn AG / Nachrüsten auf vier Gleise kaum teurer

Es bleibt bei der kleinen Brücke

Stadthagen (jl). Der Bau einer Brücke über den zweigleisigen Bahnkörper im Zuge des letzten Abschnitts der Nordost-Tangente stellt - zugespitzt - keine Verschwendung von Steuergeldern dar. Zu dieser Einsicht sind der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Edathy und Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) am Montag bei einem rund einstündigen Gespräch mit zwei Vertretern der Bahn AG gekommen. Bei dem Gespräch ist auch deutlich geworden, dass die Bahn sich mit dem vierspurigen Streckenausbau noch mehr Zeit nehmen will, als bis jetzt angenommen wurde.

veröffentlicht am 31.05.2007 um 00:00 Uhr

Das Brückenbauwerk hatte im vergangenen Jahr für reichlich Schlagzeilen und Diskussionen gesorgt. Geplant ist es im letzten Tangenten-Abschnitt zwischen der Industriestraße und der bereits fertigen Tangente bei Ratio. Im Raum stand bis Montag, dass die Bahn um 2015 herum mit dem viergleisigen Ausbau zwischen Minden und Haste beginnen wollte. Eine Brücke über zwei Gleise hätte also nur einen kurzen Bestand gehabt, wenn diese 2009 fertig gestellt wird. So sieht es der Zeitplan der Stadt vor. Dabei steht sie unter dem Druck, dass zu einem späteren Zeitpunkt keine Zuschüsse für die Tangente aus Hannover fließen werden, wie Hellmann im Pressegespräch betonte. Auf eine größere Brücke, die auf Vorrat gebaut würde, wollte sich die Bahn in den Verhandlungen nicht einlassen. Deswegen hat Stadthagen die Planungen für die kleine Variante aufgenommen, weil nur für deren Kostenvolumen Zuschüsse fließen. Zwei Punkte in den Darlegungen der Männer von der Bahn AG sind es nach Edathys Einschätzung, die dieses Projekt nicht als eine Form von Steuerverschwendung erscheinen lassen. So wird die kleine Brücke rund zwei Millionen Euro kosten, die "viergleisige" rund 2,4 Millionen. "Die Differenz entspricht ungefähr den Zinsen, die die Stadt binnen zehn Jahren bei einem günstigen Satz aufbringen müsste", schätzte Edathy unter beifälligem Nicken von Hellmann. Eine spätere Verbreiterung würde nach den Angaben der Bahnexperten rund 500 000 Euro kosten. Dabei muss auch nicht das gesamt Brückenbauwerk abgebrochen werden. Deswegen vertritt Edathy die Meinung, dass eine vorfinanzierte große Brücke "jetzt teurer ist als die Verlängerung in fünf Jahren". Ein Unterpunkt sei die Ungewissheit, auf welcher Seite des Bahnkörpers das zweite Gleispaar verlegt werde. "Das wird sich erst im Planungsverfahren entscheiden", ergänzte Edathy. Punkt zwei: In dem Gespräch ist Hellmann und dem Bundestagsabgeordneten bedeutet worden, dass es die Bahn mit dem viergleisigen, trassennahen Ausbau zwischen Minden und Haste überhaupt nicht eilig hat. Es sei nunmehr nicht absehbar, wann es losgehe. Möglicherweise, so hat Edathy die Aussagen seiner Gesprächspartner verstanden, kommt der Ausbau erst 2022/27. Deswegen sei die "zweispurige" Brücke jetzt die "volkswirtschaftlich vernünftige Lösung. Der einzige Nachteil: Bei einer späteren Verbreiterung "muss der Straßenabschnitt für rund ein Dreivierteljahr gesperrt werden. Mit dem Bau soll laut Hellmann im kommenden Jahr begonnen werden. 2009 folgt der letzte Teil der Straße.



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