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Naturschutzbund lässt Bach freilegen zum Mäandern / Erlen befestigen das Ufer

Erste Entrohrung im gesamten Auetal

Hattendorf (rnk). Der Wind pfeift durch das hohe Wiesengras, die grauen Wolken klammern sich an den tiefen Himmel - und der Naturschutzbund packt die Spaten aus. Acht Erlen werden gepflanzt, gleichsam das i-Tüpfelchen zu einer Maßnahme, die für den Ur-Grünen Rolf Wittmann im Auetal eine Premiere feiert: Auf einer Länge von 120 Metern wurde ein Bach entrohrt und wieder freigelegt. Jetzt mäandert er (das heißt: er schlängelt sich) in Richtung Autobahn.

veröffentlicht am 13.11.2008 um 00:00 Uhr

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Fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem Wittman die Pläne der SPD vorstellte, der er im Rat zur Mehrheit verhilft, ist die Umsetzung jetzt beendet. Ganz einfach war es nicht, denn rein rechtlich ist die Entrohrung eines Baches ein wasserrechtlicher Eingriff - und ohne entsprechende Genehmigungen nicht zu machen. Als ersten Schritt hat die Gemeinde, der das Grundstück gehört, dem Naturschutzbund Auetal den neun Meter breiten und 120 Meter langen Streifen zur Verwirklichung des Projekts überlassen. Hier floss das gesamte Wasser aus der neuen Siedlung in einem kleinen Bach in Richtung Klein Holtensen. Würde dieser Bach verbreitert, hätte das Wasser mehr Platz - auch das eine Entlastung für Klein Holtensen, hatte Wittmann damals argumentiert. Und: "Alles alte Nabu-Vorschläge." Heinrich Helper hat mit einem Bagger anschließend den Bach entrohrt und deutlich verbreitert, dadurch sinkt die Fließgeschwindigkeit des Wassers beträchtlich, auch die hier lebenden Tiere, wie etwa der Lurch, werden die Erhöhung der Lebensqualität ihrer Umwelt zu schätzen wissen, sagt Wittmann. Wirbellosen Wassertieren zu einem möglichst lebenswerten Umfeld zu verhelfen, auch das ist eine alte Forderung des Naturschutzbundes. Erfüllt werden konnte sie unterhalb Hattendorfs, weil Gemeinde, Nabu und Untere Wasserbehörde Hand in Hand gearbeitet haben: Die Gemeinde, so Wittmann, habe die Katasterauszüge zusammengestellt. In Absprache mit der Unteren Wasserbehörde stellte dann der Nabu den Antrag auf wasserbaurechtlicher Genehmigung der Maßnahme. Danach ging alles ganz fix. Nach vier Wochen habe die Untere Wasserbehörde ihren Segen erteilt. Dass die Gemeinde erst das Gelände zur Verfügung stellt, hat durchaus seinen Grund, erklärt Wittmann: Würde die Gemeinde den Bach entrohren lassen, müsste damit ein Planungsbüro beauftragt werden - so sind die Vorschriften für wasserbaurechtliche Maßnahmen. Sinkende Fließgeschwindigkeit bedeutet auch eine stärkere Versickerung des Wassers, erklärt Wittmann. Die Folge: In Wiersen kommt weniger Wasser an, der Ort wird entlastet. Der Graben, so Wittmann, "nimmt in der Fläche deutlich mehr Wasser auf". Die Zeit, in der das Wasser abfließen kann, habe man "verlängert". Auch die gepflanzten Erlen wurden nicht ohne Grund ausgesucht. Die Erle macht sich mit ihren Wurzeln im Boden breit, das Ufer wird so befestigt. Der "neue" Bach benötigt wenig Pflege, erklärt Wittmann noch: "Das ist übrigens das erste Mal, dass im Auetal ein Graben entrohrt wurde." Beim nächsten starken Niederschlag sollte das nicht nur Hattendorf zugutekommen.



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