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Kreisausschuss: Mühlenberg in Möllenbeck unter Naturschutz stellen

Erst schmilzt das Eis, dann stürzt der Hohlraum ein - zurück bleibt "Kames"

Möllenbeck (rnk). Keine größeren Bedenken hatten die Mitglieder des Umweltausschusses des Kreistages gegen den Antrag der Stadt Rinteln, den Bereich Mühlenberg in Möllenbeck als Naturschutzgebiet unter Schutz zu stellen. Einstimmig wurde dem Kreisausschuss empfohlen, eine entsprechende Verordnung zu erlassen.

veröffentlicht am 29.06.2007 um 00:00 Uhr

Das neue Naturschutzgebiet wäre rund fünf Hektar groß. Bei dem Gebiet handelt es sich um einen Teil der so genannten Kameshügel von Krankenhagen und Möllenbeck. "Kames" sind glaziale Aufschüttungen in Form kuppiger Hügel aus geschichteten Sanden und Fliesen, die zum Ende der Saale-Kaltzeit von Schmelzwasserflüssen zwischen den Resten zerfallender Toteis-Massen aufgeschüttet wurden. Bei "normalen" Endmoränen werden von dem Eisrand durch die Schmelzwasser Sande und Kiese abgelagert. Das Wasser kann frei ablaufen. Das abgelagerte Material besteht aus Komponenten, die mit dem Gletscher transportiert wurden. Bei der Kames ist die Entstehung anders: Die Schmelzwässer können nicht frei vom Eisrand wegfließen, da durch Hindernisse ein Staueffekt entsteht. Die abgelagerten Sedimente bestehen aus höhenparallel angeordneten Kies- und Sandlagen, die intern schräg geschichtet sind. Oft stellen Teile der Sedimente in Kames keine Ausschmelzprodukte des Eises dar, sondern werden von Flüssen an den Eisrand und zwischen die einzelnen Eisblöcke transportiert. Dabei kommt es regelmäßig zur Einlagerung großer Eisblöcke in diese Sedimente. Dieses so genannte "Toteis" schmilzt sehr viel später ab, die entstehenden Hohlräume stürzen ein und die für die Kames-Körper charakteristische kuppige Oberflächenform entsteht. Das Naturschutzgebiet umfasst den größten Teil einer derartigen Kuppe. Sie erhebt sich als prägendes Landschaftselement des Westrandes von Möllenbeck rund 30 Meter über das Höheniveau der südlichen Umgebung auf eine maximale Höhe von 113 Metern über Normalnull, um dann nach Norden hin auf etwa 100 Meter über Normalnull abzufallen. Schutzzweck ist die Erhaltung, Pflege und Entwicklung der Sand-Magerrasen mit den daran gebundenen Tierarten und den von ihnen gebildeten Lebensgemeinschaften. Außerdem sollen Bodengestalt und Geländestruktur erhalten bleiben.



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