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Rodenberger Allee: Gültiger Auftrag an Kanalbauer erst am Mittwoch erteilt / Seifert droht mit Klage

Erst nervt Blechlawine - jetzt folgt Papierstau

Bad Nenndorf (fox). Die Arbeiten an der Rodenberger Allee verzögern sich weiter. Nicht nur der Wasserverband Nordschaumburg benötigt für die Erneuerung der Wasserleitungen mehr Zeit. Auch die Tiefbaufirma Bautra aus Lauenhagen hat nicht am Montag mit der Kanalsanierung beginnen können. Grund: Erst am Mittwoch hat das Unternehmen den Auftrag bekommen.

veröffentlicht am 18.06.2008 um 00:00 Uhr

Arbeiten mit der Stoppuhr im Nacken: Gordon Yard (l.) und seine

Nach dem Stau auf der Allee folgt ein weiterer: der Papierstau. Eigentlich sollte es am Montag losgehen mit der Kanalsanierung. Doch wichtige Anträge fehlten, sagt Ordnungsamtschef Kurt Junior, zugleich Kopf der Verkehrsbehörde der Samtgemeinde Nenndorf. Dabei gehe es um die sogenannte verkehrsbehördliche Anordnung, die von der Bautra per Antrag angefordert werden muss. Diese sei erst "am Freitag" im Rathaus eingegangen. Gestern war ein Ortstermin mit Ordnungsamt und Polizei angesetzt - Routine, nur zu spät. "Üblicherweise wird dieser Antrag 14 Tage vor Baubeginn gestellt", sagt Junior. Bei der Bautra stößt dies auf Unverständnis. Geschäftsführer Jörg Bethge: "Wir haben den Auftrag für die gesamte Baustelle erst am Mittwoch bekommen." Und ohne Auftrag kein Antrag. Nach der Ausschreibung im April sei der erste Auftrag am 27. Mai erfolgt. Doch dieser sei falsch formuliert gewesen, erklärt Bethge. Die Bautra arbeite in einer Bietergemeinschaft mit der Firma Barba (Kassel). "Diese bestellt doch kein Material, solange sie nicht auf dem Auftrag steht", macht der Bauunternehmer deutlich. Der Papierstau wird aber noch größer: Bautra und Barba könnten ohnehin noch nicht loslegen an der Rodenberger Allee, denn die Unternehmer haben die nötigen Deklarationspapiere für die Sonderentsorgung des Straßenbelages noch nicht aus dem Rathaus erhalten. "Wir dürfen deshalb noch gar nicht anfangen", erklärt Bethge. Bohrproben hätten ergeben, dass der alte Teerbelag der Straße mit polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) belastet sei. Diese können krebserregend sein. Nach Angaben Bethges sei das Verbauen dieses Teerbelags früher jedoch üblich gewesen. Die neue Straßendecke bestehe aus unbedenklichen bituminösen Stoffen. Für die Sorgen der Anwohner und Händler hat Bautra-Chef Bethge Verständnis. Deshalb wolle er die Baustelle nicht eröffnen, solange der Wasserverband die neuen Trinkwasserleitungen noch nicht vollständig eingezogen hat. Aus den ursprünglich geplanten fünf Tagen Verlängerung, die der Wasserverband Nordschaumburg dafür benötigt, sollen nun nur noch drei werden. Geschäftsführer Werner Volker: "Wir ziehen bis Mittwoch die Leitungen bis zur Rudolf-Albrecht-Straße ein." Dann würden "innerhalb kleiner Tagesbaustellen vereinzelt noch Hausanschlüsse erneuert". Tankstellenbetreiber Wolfgang Seifert, der durch die Baustellen erhebliche Umsatzeinbußen erlitten haben will, droht dem Wasserverband über seinen Anwalt mit einer Schadensersatzklage, sollten die "unnötig ausgedehnten Arbeiten" mit der Kanal-Baustelle kollidieren und dadurch eine Doppelbelastung entstehen.



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