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Grundschüler zu Besuch auf dem Hof Tecklenburg / Blick hinter die Kulissen

Erst nach dem Füttern lassen sich die Kühe geduldig streicheln

Luhden (mig). Hofhund "Vey" wollte sich gar nicht mehr beruhigen. Aufgeregt kläffend lief der kleine Australien Shepard von einem Grundschüler zum nächsten. 25 Drittklässler der "Albert-Schweitzer-Schule" in Lauenau besuchten Bäuerin Marina Tecklenburg auf ihrem Hof in Luhden.

veröffentlicht am 14.07.2006 um 00:00 Uhr

Besuch auf dem Bauernhof: Die Traktoren hatten es besonders den

Ganz im Gegensatz zu "Vey" ließ diese sich von der Kindermeute nicht aus der Ruhe bringen. Zusammen mit Klassenlehrerin Anke von Iven-Gräber hatte sie die Landpartie für die Neun- bis Zehnjährigen vorbereitet. Die freuten sich zum Schulabschluss auf eine Stippvisite bei Kuh und Kuschelkaninchen und zeigten sich erstaunlich gut präpariert. "Wir haben den Besuch schon einige Stunden vorbereitet," erklärte ihre Lehrerin. Als die Bäuerin dann ein Quiz rund um den Bauernhof veranstaltete, lagen die meisten Schüler mit ihren Antworten richtig. Nur als Marina Tecklenburg fragte, was auf den Feldern des Hofes angebaut wird, lagen die Kinder daneben. "Mais, Roggen, Reis, Eis," lautete die Antwort. Da war wohl der Wunsch Vater des Gedankens. Dann begann der Rundgangüber den Hof. Die Jungen begeisterten sich vor allem für die großen Traktoren. Vorsorglich waren die Schlüssel aus den Zundschlössern herausgezogen worden. Mit vereinter Kraft ließen sich aber immerhin die großen Lenkräder bewegen. "So einen habe ich auch," meinte einer im Angesicht des riesigen Fendt und setzte etwas leiser hinzu: "Als Modell." Das aber nicht nur "süße" Kälber und PS-starke Motoren einen Bauernhof bevölkern, wurde den meisten spätestens klar, als es in einer Ecke des Hofes etwas strenger zu riechen begann. "Ih, hier stinkt es aber," meinte ein Mädchen, während Frau Tecklenburg den Kindern die Funktion und die Herkunft von Gülle erklärte. "Ich möchte, dass die Kinder sehen, wie es wirklich auf einem Bauernhof zugeht," betonte sie. Dann erfüllte sich der Herzenswunsch der anwesenden Mädchen. Endlich durften sie die Tiere in den Ställen aufsuchen. Allerdings galt auch hier: Ohne Fleiß kein Preis. Mit Schubkarren musste erst einmal Heu für die Tiere herangeschafft werden. Zunächst aber taten die Jungs und Mädchen das, was Kinder im Angesicht von Heu schon seit Jahrhunderten tun. Sie tollten und sprangen von einem Haufen zum nächsten. Schließlich gelang es mit vereinten Kräften, eine Karre voll Heu in den Stall zu verfrachten. Das einzige zur Verfügung stehende Kälbchen widersetzte sich zwar hartnäckig sämtlichen Annäherungsversuchen. Immerhin aber waren die ausgewachsenen Kühe neugierig auf den Besuch. Mit ihrer langen, rauhen Zunge leckten sie über die Hände der Kinder und ließen sich geduldig von ihnen streicheln. Die waren allerdings längst nicht alle daran interessiert, auf Tuchfühlung mit dem "lieben Vieh" zu gehen. Einige hatten ein Foto-Handy herausgeholt und machten Schnappschüsse vom Abenteuerurlaub auf dem Bauernhof. "Die sind für mich und für einen Freund. Eins schicke ich ihm gerade zu," meinte einer der Zehnjährigen, ganz Medien-Profi. Nach und nach ließen sich die meisten Computer-Kids dann aber in den Bann des Bauernhofs ziehen. An der Melkanlage durften die Grundschüler das entstehende Vakuum erfühlen. Und als die Hausherrin vorführte, wie man aus ein wenig Milch echte Butter machen kann, war auch der letzte überzeugt: "Cool hier."

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