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Seit fünf Jahren wächst die Zahl an hochbetagten Treckern in Apelern

Erst das Knattern, dann der Klub

Apelern (nah). Am Anfang stand ein Freundschaftsdienst. Weil er für einen Sangesbruder eine neue Terrasse anlegte, verlangte Maurermeister Mario Kiltsch als Gegenleistung nur dessen alten Trecker. Ein Deutz vom Typ F2L514 stand völlig verstaubt in der alten Scheune. Kiltsch wusste, worauf er sich einließ: Monatelang restaurierte er das betagte Modell, bis es schließlich sogar wieder in den Originalfarben glänzte. Aus dem einzigen Schlepper ist eine ganze Armada geworden: Apelerns Treckerclub (ATC) zählt inzwischen über 40 Mitglieder mit annähernd 70 alten Landmaschinen.

veröffentlicht am 13.06.2008 um 00:00 Uhr

Manchmal treffen sie sich zur gemeinsamen Ausfahrt: Apelerns Tre

Jede Klubgründung hat ihre Geschichte, so auch die der Treckerfreunde. Der Apelerner Mario Kiltsch hatte in Freund Tobias Möller einen weiteren Neubesitzer eines bäuerlichen Oldtimers gefunden. Doch das gute Stück blieb auch nach der Hilfe zweier weiterer Experten zunächst stumm. Aber die Gemeinschaftsarbeit bereitete so viel Freude, dass Kiltsch und Möller ein Abkommen trafen: Sobald der Schlepper seinen ersten Ton von sich gebe, werde das erklärte Hobby auch organisatorisch auf feste Füße gestellt. Das berühmte erste Knattern erklang vor fünf Jahren. Seitdem existiert der ATC, der dank der Bereitschaft von Friedrich Bredemeier in einer großen Scheune einige Gefährte unterstellen und Havaristen dort restaurieren kann. Schon lange sind die Apelerner nicht mehr unter sich. Die Mitglieder kommen bis aus Nienstedt/Deister, Wendt hagen und Waltringhausen, wenn sie sich an jedem ersten Montag in einem geraden Monat bei Gastwirt Fritz Wichmann in Soldorf zum Fachsimpeln treffen. Gelegentlich verabreden sie sich zur gemeinsamen Ausfahrt. Dann tuckern 20 oder auch 30 Deutz, Porsche, Hanomag und Güldner durch die Gegend. In diesen Tagen reihen sich die Termine aneinander. Am 1. Juni ein Treffen mit Gleichgesinnten in Ohndorf, vergangenen Sonntag ein Besuch bei Gastwirt und Klubmitglied Dirk Tegtmeier bei dessen Hoffest in Feggendorf, am 22. Juni ist eine Ausfahrt entlang der Bergkette bis zum "Brandshof" bei Wendthagen geplant. Das nächste große Treckertreffen in Apelern soll in 2009 stattfinden. Doch viel mehr Zeit als für das Vergnügen müssen die Mitglieder für die Sanierung ihrer betagten Lieblinge aufbringen. Es hat schon Modelle gegeben, die mehr einem Schrotthaufen glichen als einem fahrbaren Untersatz. "Bis zu drei Jahre", schätzt Kiltsch den erforderlichen Aufwand. Andere Mitglieder sind stolz auf Pflug, Gummiwagen undähnliche Geräte, die an die Traktoren gehängt werden können.

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