weather-image
Stadthäger Wahlnachlese: CDU mit moderaterem Minus, SPD legt leicht zu

"Erschrocken"über Erfolg der Linken

Stadthagen (ssr). Noch stärker gegen den Landestrend als ohnehin kreisweit hat die SPD bei der Landtagswahl in Stadthagen abgeschnitten - sie hat hauchdünn um 0,1 Prozentpunkte auf jetzt 36,6 Prozent zugelegt. Die CDU verlor mit minus 4,4 Prozentpunkten etwas weniger als landesweit und landete als weiterhin stärkste Kraft in Stadthagen bei Landtagswahlen bei 39,2 Prozent. Der vergleichsweise geringe CDU-Verlust könnte auch am auffallend hohen Minus der FDP liegen, die um 1,4 Prozentpunkte auf jetzt 7,0 Prozent abfiel. Die Grünen gaben um 0,3 Prozentpunkte auf jetzt 7,4 Prozent nach. Die Linke erreichte in der Kreisstadt 6,8 Prozent.

veröffentlicht am 29.01.2008 um 00:00 Uhr

"Noch drei Prozentpunkte vor der SPD, das ist für die Union in Stadthagen ein positives Ergebnis", kommentierte CDU-Vorsitzender Heiko Tadge. Dass die Union in der Kreisstadt weniger verloren habe als im Landestrend stimme ihn durchaus zufrieden. Die CDU habe vor Ort ihre Themen "gut rüberbringen können", fuhr Tadge fort. Andererseits seien mutmaßlich einige CDU-Anhänger zu Hause geblieben, "weil sie dachten, die Sache ist sowieso gelaufen". Regelrecht "erschrocken" zeigte sich Tadge darüber, "dass in Stadthagen derart viele Bürger die Linke gewählt haben". Hier sei "offenbar dringender Aufklärungsbedarf", so der CDU-Chef. Die Stadthäger SPD habe ein im Vergleich zum Landestrend "vergleichsweise gutes Ergebnis hingelegt", sagte der örtliche Parteichef Karsten Becker: "Wir haben unsere Wähler in höherem Maße mobilisieren können als das andernorts gelungen ist, nur so ist das leichte Plus erklärbar." Die SPD habe in Schaumburg - und besonders konzentriert in Stadthagen - "einen stark inhaltlich geprägten Wahlkampf gemacht". Das habe sich letztlich ausgezahlt. Die CDU sei auf die Vorhaltungen der SPD, die CDU-Landesregierung habe speziell Schaumburg geschadet, "nicht reagiert und keine Antwort gehabt", so Becker. Freilich machte Becker kein Hehl daraus, dass 36,6 Prozent für die SPD in Stadthagen "einen vom Grundsatz her nicht rundum glücklich machen". Der Stadthäger FDP-Vorsitzende Lothar Biege kann nach eigenem Bekunden mit dem Ergebnis der Liberalen in der Kreisstadt leben. Bei dem sehr guten FDP-Ergebnis vor fünf Jahren habe es den "Sondereffekt gegeben, dass ich als Stadthäger kandidiert hatte". Biege sagte aber auch: "Vielleicht hätten wir im Wahlkampf präsenter sein müssen." Maria Börger-Sukstorf (Grüne) zeigte sich "froh, dass wir das Ergebnis einigermaßen gehalten haben". Es sei aber nicht zum Jubeln. "Wir müssen mit unseren Themen noch intensiver in die Öffentlichkeit", schlussfolgerte sie.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare