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Steffen Holz vom Deutschen Gewerkschaftsbund kritisiert Umgang mit Ein-Euro-Jobbern in Schaumburg

"Ersatz für jahrelang zurückliegenden Personalabbau"

Stadthagen. Bei einer Mitgliederversammlung des ver.di-Ortsvereines Stadthagen in der Gaststätte Bruns hat Steffen Holz vom Deutschen Gewerkschaftsbund über die Zusammenarbeit von Landkreis, Arbeitsagentur und Jobcenter gesprochen.

veröffentlicht am 29.11.2008 um 00:00 Uhr

Steffen Holz gibt eine teils aufwühlende Zusammenfassung seiner

Holz ist Mitglied im Beirat der "Arge", der Arbeitsgemeinschaft, die von Landkreis und Arbeitsagentur getragen wird und die möglichst die Arbeitslosenzahl im Landkreis reduzieren soll. Sein Erfahrungsbericht aus dem Beirat war Teil des übergeordneten Themas dieses Abends: "Hartz IV in Schaumburg". "Die Beiräte werden von Trägern der ,Argen', der Landkreise und der zuständige Arbeitsagenturen auf freiwilliger Basis eingeführt und je nach Gusto besetzt", erklärte Holz den anwesenden zehn Mitgliedern des Ortsvereines. "Vertreter der Erwerbslosen sind in der Regel nicht vorgesehen", bemerkte er. "InSchaumburg besteht der Beirat aus elf Mitgliedern." Dessen Aufgaben seien gesetzlich nicht definiert." Speziell mit Bezug auf die Ein-Euro-Jobs, im offiziellen Amtsdeutsch die "Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung", ließ Holz Kritik an den im Landkreis üblichen Praktiken aufblitzen. "Hausmeisterstellen an Schulen und Aufgaben wie die Säuberung von Grünflächen, für die vorher jahrelang kein Geld da war, werden plötzlich mit Ein-Euro-Jobbern besetzt", sagte Holz: "Das widerspricht der Definition dieser Jobs, nach der zusätzliche Tätigkeiten verrichtet werden sollten, aber nicht solche, die gemacht werden müssen." Diese Festlegung solle verhindern, dass versicherungspflichtige Beschäftigungen zugunsten von Ein-Euro-Jobs abgebaut werden. "Die Betroffenen sind oft froh, etwas Geld hinzuverdienen zu können, und die Personalvertretungen manchmal wohl auch darüber, dass es für teilweise jahrelang zurückliegenden Personalabbau Entlastungen gibt", sagte Holz. Erschwerend komme hinzu, dass die kommunalen Vertreter im Beirat gelegentlich keinen Hehl daraus machten, dass sich ihre finanziellen Bewegungsmöglichkeiten mit der Einführung dieser Maßnahmen verbessert hätten. An dieser Stelle meldete sich eine Zuhörerin zu Wort und sagte, dass sich die Situation in dieser Sache im Landkreis doch sehr gebessert habe. Holz quittierte den Einwurf mit einem vorsichtigen Lächeln.

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