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Apelerner Jugendkarneval mit viel Frohsinn / Donnernde Rakete nach Protest auf der Bühne

Ermahnungen an die Großen - aus der Bütt

Apelern (nah). Gerade hatte Timo Leifheit noch die Narrenkappe auf dem Kopf. Als Mitglied des Elferrats thronte er hochüber Akteuren und Zuschauern. Plötzlich war er weg, um fünf Minuten später in eine andere Rolle geschlüpft zu sein. "Kinder an die Macht", skandierte er und rollte ein großes Transparent aus. Doch es war "nur" eine Büttenrede, mit der er etliche Ermahnungen an die Großen richtete. Karneval muss eben nicht nur Frohsinn sein.

veröffentlicht am 24.01.2007 um 00:00 Uhr

Farbenfroh und einfallsreich waren die Darbietungen, wie hier "Z

Durchweg fröhlich gestimmt aber waren Darsteller und Gäste bei der närrischen Sitzung, die Apelerns Karnevalsclub zum Auftakt stets den Kindern widmet. Die humorfreudigen Leute im Riesbachdorf müssen für die Veranstaltung nicht lange Werbung machen: Bis auf den letzten Platz hatten Großeltern, Eltern und Kinder die Halle besetzt; die Kleinsten natürlich in bester Kostümierung. Piraten, Prinzessinnen und Pippi Langstrumpf stehen zwar noch immer hoch im Kurs. Aber einmal als Blume durch den Saal zu laufen oder kess die Arbeitsmütze eines Straßenwärters in die Stirn zu schieben, scheint nicht minder attraktiv zu sein. Doch die eigene Aufmachung war schnell vergessen, als Nils Heidkamp den ersten von 15 Programmpunkten der mehr als 80 Darsteller aufrief. Die meisten kamen aus Apelerner Vereinen; doch auch Messenkämper Sportler und Rodenberger Jugendfeuerwehr fanden Gefallen an närrischen Aktionen. Manche kletterten mutig in die Bütt oder formierten sich zum Sketch; andere tanzten, was die Beine hergaben. Hinter den Ereignissen im Scheinwerferlicht standen gut zwei Dutzend Betreuer, die nicht nur durch leuchtende Kinderaugen nach gelungenem Auftritt belohnt wurden, sondern regelmäßig auch durch Blumensträuße dankbarer Eltern. Das Publikum lobte mit Beifall und "Raketen" und immer wieder fordernder "Zugabe". Letztere machte den Tanzgruppen nichts aus, die nach kurzer Verschnaufpause gerne noch einmal sich zum Takt der Musik bewegten. Nur Demonstrant Timo war für einen Moment perplex: "Ich kann keine Zugabe geben, ich tanze doch nicht", enttäuschte er seine Fans, nachdem er über durch Siedlungsstraßen rasende Autofahrer und von Hunden heimgesuchte Sandkästen geschimpft hatte. Dafür war wenigstens eine donnernde "Rakete" drin.

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