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Alter Kokereistandort: Landkreis kündigt Nutzungsbeschränkung für das Grundwasser an

"Erheblich mit Schwermetallen belastet"

Nienstädt (mw). Die Gemeinde Nienstädt hat die Ergebnisse einer Bodengrunduntersuchung am Altstandort der "Alten Kokerei Osterholz" in einer Bürgerinformationsveranstaltung vorgestellt. Die dazu auserkorene Aula der Nienstädter Grundschule ist gut besucht gewesen.

veröffentlicht am 24.04.2007 um 00:00 Uhr

Interessiert verfolgen die Anwohner des alten Standortes der "Ko

Diplom-Geologe Markus Herrmann, vom den Bodengrund untersuchenden Ingenieurbüro "Dr. Röhrs& Hermann" aus Hildesheim, berichtete, dass die von 1822 bis 1903 betriebene Kokerei seinerzeit "erhebliche Umweltprobleme" verursacht habe. Ursächlich dafür seien die bei der Verkokung der Kohle in die Luft entwichenen Gase und Dämpfe. Bei der in 2006 vorgenommenen Begutachtung wurden nach Auskunft von Herrmann im Untersuchungsgebiet zahlreiche Boden-, Bodenluft- und Grundwasserproben analysiert, um die Belastung durch Schwermetalle und Polizyklische Aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) zu ermitteln. In allen Bodenproben sei eine diffuse Verunreinigung durch PAK und zum Teil Schwermetalle vorhanden, erläuterte Herrmann. "Was den Oberboden betrifft, konnten wir nicht feststellen, dass eine Gefährdung für Ihre Gesundheit besteht", wandte er sich an die Anwohner. Dieser halte die Prüfwerte der Bundesbodenschutzverordnung ein. Bei den tieferen Bodenproben seien "durch die Bank" PAK nachweisbar, "aber keine hohen Konzentrationen", so dass sich auch daraus keine Gesundheitsgefährdung ergebe. Allerdings: Wenn die Grenzwerte für Spielplätze angesetz würden, wäre der südliche Bereich der Halde für kleine Kinder nicht zum Spielen geeignet, gab Herrmann auf Nachfrage eines Bürgers zu bedenken. In der Bodenluft habe man Benzol in "winzigen Spuren" gemessen. Weniger erfreulich waren offensichtlich die Analysen des Grundwassers. Herrmann berichtete, dass das Grundwasser "erheblich mit Schwermetallen belastet ist", darunter Kadmium, Nickel, Blei und Arsen. Zudem emittiere die Halde "vor allem nach Norden und ein bisschen nach Westen". Die Verunreinigung sei teilweise derart hoch, dass die Nutzung des Grundwassers gesundheitsgefährdend sei, wenn das Wasser getrunken oder darin gebadet würde. Die Nutzung des Grundwassers sollte daher aus Vorsorgegründen in dem betroffenen Bereich unterbleiben. Karl-Erich Smalian, Baudezernent beim Landkreis Schaumburg, machte die Konsequenzen deutlich, die aus den Untersuchungsergebnissen resultieren: Per Allgemeinverfügung wird der Landkreis eine Nutzungsbeschränkung für das Grundwasser verfügen. Außerdem muss bei künftigen Bauvorhaben zuvor mit dem Landkreis über den Verbleib des belasteten Bodenaushubs gesprochen werden. Die gutachterlichen Unterlagen können bei der Gemeinde Nienstädt sowie beim Landkreis Schaumburg eingesehen werden.



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