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Celler Schrotthändler gesteht illegale Entsorgung am "Kleinen Riesen"

Erfolg: Polizei fasst Asbest-Sünder

Die Untat am "Kleinen Riesen": Ein Celler Schrotthändler und dessen Komplizen hatten asbesthaltigen Müll am Waldrand zwischen Apelern und Reinsdorf entsorgt. Foto: nah Apelern (nah). Rund vier Monate nach der Tat hat die Polizei die Umweltfrevlerüberführt, die am "Kleinen Riesen" zwischen Apelern und Reinsdorf eine ganze Lastwagenladung mit asbesthaltigem Material abgekippt hatten. Ein 48-jähriger Mann aus dem Raum Celle ist geständig. Die Beamten waren ihm aufgrund eines Zeugenhinweises auf die Spur gekommen.

veröffentlicht am 22.03.2007 um 00:00 Uhr

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Ein Waldbesitzer hatte Anfang November den großen Haufen Wellplatten samt Abdichtmaterialien wie Bleche und Dachpappe entdeckt und die Polizei verständigen lassen. Nach Schätzungen der Ordnungshüter handelte es sich bei der vermuteten Dacheindeckung um rund 20 Kubikmeter Material. Nach Presseberichten meldeten sich sechs Zeugen. "Einer davon entwickelte sich schnell als heiße Spur", teilte Polizeikommissar Tobias Büsing mit. Der Anrufer hatte im Raum Bad Nenndorf drei Männer beobachtet, die ohne Mundschutz den Abraum auf einen Lastwagen luden. Weil ihm das verdächtig vorkam, merkte er sich das Kennzeichen. Der Rest war für die Ordnungshüter Routine. Der Grundstückseigentümer sagte aus, er habe sich auf das Angebot des zufällig vorbeikommenden Schrotthändlers verlassen, dass dieser das Asbest-material ordnungsgemäß entsorgen wolle und entsprechend bezahlt. Der 48-jährige Haupttäter und dessen Komplizen fuhren jedoch mit dem gesundheitsgefährdenden Gut zur Waldlichtung bei Apelern. "Offensichtlich wollten sie ihre Ladepritsche schnell wieder frei für neuen Schrott machen", vermutet Büsing. Der Beamte bat im weiteren Verlauf seine Celler Kollegen um Amtshilfe. Schon bei der dortigen ersten Vernehmung gestand der Schrotthändler. Auf den Verursacher und dessen Helfer kommt jetzt ein Strafverfahren wegen "unerlaubten Umgangs mit gefährlichen Abfällen" zu. Asbestfasern gelten als krebserregend, wenn sie eingeatmet werden. Deshalb ist nur zugelassenen Firmen unter Verwendung von Atemschutz die Demontage und das Entsorgen entsprechend beschichteter Platten erlaubt. Wie Büsing mitteilte, können je nach Schwere des Falls eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder auch eine hohe Geldbuße verhängt werden. Zudem muss der Verursacher für die Kosten der ordnungsgemäßen Beseitigung des Mülls aufkommen. Das hatte zwischenzeitlich der Landkreis veranlasst. Für Büsing ist die Aufklärung der Tat ein weiteres Beispiel, dass aufmerksame Bürger eine wichtige Hilfe sein können. "Eigentlich sollte jeder Spaziergänger Stift und Papier dabei haben, falls er etwas Verdächtiges beobachtet", riet der Beamte abschließend. Denn ohne den aufmerksamen Zeugen wäre die Untat wohl nie aufgedeckt worden.



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