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Zu Gast in Stadthagen: Hans-Joachim Heist alias Gernot Hassknecht im SN-Interview

„Er ist kein Korinthenkacker“

Innerhalb kürzester Zeit ist er als wutschnaubender Kommentator zum Star der „ZDF heute show“ avanciert. Bevor Hans-Joachim Heist als Gernot Hassknecht am Sonntag, 23. Februar, ab 20 Uhr im Stadthäger Ratsgymnasium – Restkarten unter der Ticket-Hotline: (0 57 21) 80 92 26 – „Das Hassknecht-Prinzip“ lehrt und seine Zuhörer „In zwölf Schrittten zum Choleriker“ macht, hat er sich in ruhiger Gesprächsatmosphäre den Fragen der SN gestellt.

veröffentlicht am 21.02.2014 um 20:55 Uhr

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Herr Heist, was macht Ihr Blutdruck?

Ich habe heute noch nicht gemessen, aber der ist in Ordnung. Meist liegt er so bei 130 zu 70.

Hat das keine Auswirkungen, wenn man von Beruf Choleriker ist?

Von Beruf bin ich Schauspieler, nicht Choleriker. Ich mache das seit mehr als 30 Jahren und in dieser Zeit habe ich viele unterschiedliche Rollen gespielt. Eine davon ist Gernot Hassknecht, dem ich meine Stimme und mein Gesicht gebe.

Wenn der Fernsehzuschauer Sie also ausrasten sieht, haben Sie sich eigentlich die ganze Zeit voll unter Kontrolle?

Ja, natürlich. Von null auf 100 zu kommen, lernt man in der Schauspielschule. Der eine Kollege kann das besser, der andere weniger gut. Mir liegt das, ich habe da kein Problem mit.

Leidet Ihre Stimme nicht bei der Schreierei?

Bis jetzt noch nicht, toi, toi, toi. Jeder Sänger und jeder Sportler trainiert die Muskeln, mit denen er arbeitet. Mein Handwerkszeug ist meine Stimme, und die muss ich natürlich pflegen. Zum Beispiel, indem ich Stimmübungen mache.

Steckt denn irgendwas von Hans-Joachim Heist in Gernot Hassknecht?

In jeder Rolle, die ich spiele, steckt etwas von Hans-Joachim Heist. Aber ich bin kein Choleriker. Ich kann laut werden und auf den Tisch hauen, aber eigentlich bin ich mehr der Heinz-Erhardt-Typ. Beim Autofahren kann ich mich manchmal nicht zurückhalten. Da bin ich aber meistens allein.

Stehen Sie auch zum ersten Mal allein auf der Bühne?

Nein, ich habe in meiner Karriere schon viele Soloprogramme gespielt. Es war einfach mal wieder Zeit dafür. Und da musste ich an Gernot Hassknecht denken. Also habe ich mich mit zwei Autoren, dem ZDF und meinem Management zusammengesetzt. Die spannende Frage war: Wie bekommt man eine Figur, die im Fernsehen zwei, drei Minuten lang funktioniert, zwei Stunden lang auf die Bühne? Das war die Herausforderung, und die haben wir gemeistert. Das Programm kommt fantastisch an.

Was sind denn die Fallstricke, wenn man zwei Minuten auf zwei Stunden streckt?

Sie brauchen ein Programm. Uns kam dann die Idee mit dem Coaching, angelehnt an diese Leute, die auf die Bühne springen und mir erzählen, was ich falsch mache im Leben. „Wie ernähre ich mich richtig?“ und so ein Blabla. Gernot Hassknecht zeigt den Leuten nun, wie Sie es in zwölf Schritten zum Choleriker schaffen können. Die Ernährung spielt dabei übrigens auch eine Rolle. Hassknecht vertritt die Ansicht, dass 80 Prozent Ihres Essens früher mal ein Gesicht gehabt haben sollte. Ein anderes zentrales Thema ist Gernots größtes Hobby, der Beschwerdebrief.

Und wie politisch wird’s?

Die Politik kommt absolut nicht zu kurz. Da sind wir sehr aktuell und arbeiten zum Beispiel auch Friedrich, Edathy und so weiter mit ein. Politik wird einen sehr großen Teil des Programms einnehmen, das erwarten die Leute ja auch.

Ist Gernot Hassknecht ein Wutbürger?

Ja. Aber er ist kein Korinthenkacker und kein Erbsenzähler. Er regt sich da auf, wo man sich aufregen muss.

Regen Hans-Joachim Heist und Gernot Hassknecht sich über dieselben Dinge auf?

Es deckt sich größtenteils, was die Bundespolitik angeht. Nur privat habe ich natürlich ganz andere Aufreger. Es gibt ein Stück Wiese vor meinem Haus, von dem ich das Gefühl habe, es handelt sich um das größte Hundeklo in meiner Stadt.

Herr Heist, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Interview: Jan-Christoph Prüfer



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