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Stefan Meyer stellt Georg-Wilhelm-Biografie vor / Selbst Fürst Alexander erfährt im Buch noch Neues

Er galt als Großunternehmer unter den Fürsten

Bückeburg/Rinteln (tw). "Er war der Großunternehmer in Ihrem Haus", sagt Dr. Stefan Meyer. - "Ja", ergänzt Alexander Fürst zu Schaumburg-Lippe, "und er ließ als ,AB-Maßnahme' den Ida-Turm errichten, war aber von einem geradezu pathologischen Geiz, was seine eigenen Bedürfnisse anging". Er - das ist Georg Wilhelm Fürst zu Schaumburg-Lippe, Ur-Ur-Urgroßvater des heutigen Chefs und Schlossherren.

veröffentlicht am 28.02.2007 um 00:00 Uhr

"Glückwunsch zu dieser Arbeit": Alexander Fürst zu Schaumburg-Li

Gestern stellte Meyer (41), Leiter des Museums Rinteln, im Roten Salon die von ihm als Dissertation verfasste Biografie des 1860 verstorbenen Souveräns vor. Das 334 Seiten umfassende und mit 26 Abbildungen angereicherte Werk, das sich aus Quellen des Niedersächsischen Staatsarchivs aber auch des Fürstlichen Hausarchivs speist, ist ab heute im Buchhandel erhältlich. Mit der wissenschaftlichen und doch auch für Laien lesbaren Abhandlung, die der Historiker als "Bindeglied zwischen Unternehmer- und Fürstenbiografie" versteht, hat der Rintelner Pionierarbeit geleistet, denn: "Obwohl Georg Wilhelm neben seiner Mutter Juliane und dem legendären Grafen Wilhelm zu den bedeutendsten Regenten des Hauses gehört, ist seine Person bislang noch nicht Gegenstand einer ausführlichen Bearbeitung gewesen." Tatsächlich hat auch Fürst Alexander - "Glückwunsch zu dieser Arbeit" - , der das Erstexemplar des Buches bereits Weihnachten bekam, noch Neues darin entdeckt: "Wie es Georg Wilhelm geschafft hat, ein solch ungeheueres Vermögen anzuhäufen war mir im Detail bislang immer schleierhaft." Nun - auch diesen Schleier hat Meyer, der an der Biografie (mit Unterbrechungen) seit 1994 gearbeitet hat, gelüftet. So erwarb Georg Wilhelm um 1840 im großen Stil Grundbesitz im Kaiserreich Österreich; die Besitzungen in Slawonien, Südungarn und Böhmen umfassten mehr als 100 000 Hektar. Die lukrativste Kapitalanlage aber sollte der in eigener Regie errichtete Eisenbahnabschnitt der Linie Berlin - Köln sein. Auf dem Höhepunkt seiner Macht war die Position Georg Wilhelms so unanfechtbar, dass er - im Gegensatz zu anderen Angehörigen des Hochadels - für die Kredite, die er aufnahm, nie Sicherheiten nachweisen musste. Er war "der Fürst" und das reichte. Indes: Als Georg Wilhelm 1784 geboren wurde, war ihm diese Wirtschaftsmacht nicht in die Wiege gelegt worden. Im Gegenteil. Meyer: "Seine Lebensgeschichte ist auch dieÜberlebensgeschichte einer Adelsfamilie, die zum Zeitpunkt seiner Geburt dem sicheren Untergang geweiht schien." Sowohl in dynastischer als auch in wirtschaftlicher und erst recht in politischer Hinsicht waren die Vorzeichen denkbar ungünstig. "Dennoch", betont der Historiker, "konnte im Laufe der Jahrzehnte, von Zufällen begünstigt, die Zukunft des Hauses zunächst gerettet, dann gefestigt und schließlich sogar - vorbildlich - ausgebaut werden". Übrigens: Recherchen und Drucklegung des Fürsten-Buches wurden gefördert durch: Schaumburger Landschaft, Hofkammer, Sparkasse Schaumburg, Wesergold und Stadtwerke Rinteln. Stefan Meyer: "Georg Wilhelm Fürst zu Schaumburg-Lippe (1784-1860)", ist in der Reihe Schaumburger Studien 65, 2007 erschienen. ISBN 978-3-89534-605-7. Preis: 29 Euro.

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