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Er gab sein Leben

Am 31. Juli 1941 schlugen die Sirenen in Auschwitz Alarm. Ein Gefangener war ausgebrochen. Als Vergeltungsmaßnahme sollten zehn seiner Mitgefangenen sterben, indem sie in einen Bunker gesperrt wurden, um dort langsam und qualvoll zu verhungern. Die Lagerinsassen mussten antreten und den ganzen Tag in der Hitze warten, während der deutsche Kommandant und ein Gestapo-Mann durch die Reihen gingen, um willkürlich zehn Opfer auszuwählen. Als der Kommandant auf einen Mann namens Franz Gajoniczev zeigte, rief dieser verzweifelt: "Meine arme Frau und Kinder!"

veröffentlicht am 29.03.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Rudolf Knöpfel

Im nächsten Moment trat ein unscheinbar wirkender Mann aus der Reihe hervor. "Was will dieses Schwein?", herrschte der Kommandant ihn an. "Ich bin katholischer Priester. Ich möchte für diesen Mann sterben. Ich bin alt, er hat Frau und Kinder, ich aber habe niemanden", sagte Pater Maximilian Kolbe. "Genehmigt", erwiderte der Kommandant und ging weiter. An diesem Abend wurden die zehn Männer in den Hungerbunker gesperrt. Normalerweise wären die Todgeweihten übereinander hergefallen. Diesmal war es anders. Solange sie noch Kraft hatten, beteten und sangen sie, nackt auf dem Boden liegend. Nach zwei Wochen waren Pater Kolbe und drei weitere Männer immer noch am Leben, und da der Bunker für andere gebraucht wurde, wurden sie mit der Giftspritze hingerichtet. Beim Gedenkgottesdienst in Rom 1982 waren auch Franz Gajoniczev, seine Frau, seine Kinder und seine Enkelkinder dabei. Papst Johannes Paul II. sagteüber Pater Kolbes Tod: "Dies war ein Sieg über alle Systeme menschlicher Verachtung und Hasses hinweg - ein Sieg, der an den unseres Herrn Jesus Christus erinnert." Wie schwer ist es, sich für einen unbekannten Menschen einzusetzen oder gar sein Leben zu geben! Jesus tat noch mehr: Obwohl wir keine Beziehung zu ihm hatten oder ihn ablehnten, ist er am Kreuz für jeden von uns gestorben. Er hat sein Leben gegeben, damit wir Vergebung erhalten und ein neues Leben beginnen können, ein Leben in einer Beziehung mit Gott und in seiner Kraft. Dieses neue Leben wird uns geschenkt, wenn wir Ihm unser Leben anvertrauen. Dann beginnt für uns hier und heute eine neue Qualität des Lebens, die sich in Ewigkeit fortsetzt. Das feiern wir in dieser österlichen Zeit. Rudolf Knöpfel ist Gemeindereferent in der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Rinteln.



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