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Serie "Junge Sportler des Jahres": Leichtathlet Antonio Calvin-Rosenau (15)

Er behält die Nerven - auch als es in Lübeck um die Meisterschaft geht

1,84 Meter hoch liegt die Latte, die Antonio in Rostockübersprungen hat. Das ist höher als er selber groß ist. Doch eine Sportlerkarriere hat das Rintelner Hochsprungtalent zurzeit nicht im Sinne. Er möchte gerne Goldschmied werden. Fotos: tol/cok Rinteln (cok). Während des Leichtathletik-Trainings macht Antonio Calvin-Rosenau (15) gerne Scherze und auch bei den Kindern, die er im VTR betreut, ist er wegen seiner netten, lustigen Art sehr beliebt. Insgesamt aber macht der junge Sportler einen von Grund auf ruhigen, gelassenen Eindruck.

veröffentlicht am 15.01.2007 um 00:00 Uhr

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"Hochsprung mag ich am liebsten", meint er. "Da springt man einmal und kann sich dann wieder hinsetzen. Das ist nicht so anstrengend." In Wirklichkeit strengt er sich aber doch bereitwillig an, denn ohne regelmäßiges Krafttraining und ohne das ständigen Feilen an der Technik wäre er, bei aller Grundbegabung, niemals ein so hervorragender Leichtathlet, der neben dem Springen und Kugelstoßen auch den Mittelstrecken- und Hürdenlauf besonders gut beherrscht. "Es ist so, dass ich besser sein möchte alsdie anderen", sagt er. "Das ist mein Antrieb." Die Ruhe, die er ausstrahlt, die kommt ihm vor allem im Wettkampf zu Pass. In Lübeck beim der Norddeutschen Meisterschaft zum Beispiel war die Spannung riesengroß, als sein Mannschaftskamerad beim Hochsprung gleich zu Beginn ausschied und alle niedersächsischen Hoffnungen nun allein auf ihn gerichtet waren. Antonios Mutter konnte es vor Aufregung kaum auf der Tribüne aushalten, er selbst aber sprang, als sei gar nichts Besonderes los, und gewann im Endkampf, weil er weniger Fehlversuche hatte, als seine beiden Konkurrenten. "Mir ist es eigentlich ziemlich egal, was die anderen von mir erwarten. Nervös macht es mich jedenfalls nicht", sagt er. Das heißt aber nicht, dass ihn Lob und Ehrung kalt lassen würden. Mit 1,82 übersprungener Höhe führt er die Landesbestenliste von Niedersachsen an, auch ein Grund, warum er in Rinteln zum Sportler des Jahres 2006 ausgewählt worden ist. Beider Festveranstaltung hatte er seine dicken Wuschelhaare, die er sonst immer offen trug, extra zu lauter kleinen Zöpfchen geflochten. Zweimal in der Woche trainiert er für zwei Stunden in einem kleinen Team, darunter seine Trainerin und sein Freund Alexander, der auch oben am Berg zwischen Exten und Strükken wohnt, schon seit Kindertagen mit ihm im VTR ist und gemeinsam mit ihm an Wettkämpfen teilnimmt. Ein gutes Training ist außerdem die tägliche Radfahrt zur Realschule nach Rinteln, vor allem der Rückweg den steilen Berg hinauf. Und seine Eltern, die einen Sanitär- und Heizungsbetrieb führen und auf einem alten Anwesen leben, wo es immer was zu tun gibt, wissen die Kräfte, die in ihm stecken, sehr zu schätzen. Erstaunlicherweise hat Antonio, der eine so große Hoffnung für den VTR darstellt, im schulischen Sportunterricht "nur" eine Zwei. Fußball oder Handball, das liegt ihm nicht so, da muss man so viel laufen und außerdem das Tor treffen, schwierig für einen Brillenträger. Es drängt ihn aber auch niemand, im sportlichen Bereich Dinge zu tun, die er nicht von sich aus gerne tun würde, schon gar nicht die Eltern, die ordentliche Schulleistungen verlangen und sich keineswegs darauf verlassen, dass er einmal eine Sportlerkarriere einschlägt. Wenn jetzt dieüblichen Schulpraktika anliegen, dann ist Antonio nicht, wie viele Mitschüler, ratlos, was für einen Betrieb er dafür wählen soll. Er hat sich bereits beim Goldschmied "Mas Arte" angemeldet und diese ungewöhnliche Wahl ist kein Zufall. Schon immer machte es ihm großen Spaß, mit Geschick undGeduld schöne, kleine Dinge anzufertigen. "Vielleicht werde ich wirklich mal Goldschmied", sagt der junge Leichtathlet. "Das würde mir richtig gut gefallen."

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