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Weil immer mehr Gemeinden bei Beleuchung sparen wollen: Energieriese will Netzübernehmen

e.on bietet einen Euro für Straßenlaternen

Suthfeld (tes). Steigende Energiekosten belasten die Kassen der Kommunen. Nachdem der Bad Nenndorfer Bauausschuss schon an eine zeitweilige Nachtabschaltung der Straßenbeleuchtung gedacht hatte, hat Energielieferant e.on weitere Sparalternativen vorgelegt. Den Gemeinden ist ein Angebot zur kostensparenden Optimierung der Laternen unterbreitet worden. Entschieden sei noch nichts, berichtete Bürgermeister Horst Schlüter im Suthfelder Bauausschuss vom Stand der Beratungen mit Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese: "Wir werden über Energiekontrakte nachdenken müssen."

veröffentlicht am 26.01.2008 um 00:00 Uhr

Das dürfte die Menschen in der gesamten Samtgemeinde interessieren. Nenndorfs Bürgermeister Bernd Reese und sein Kollege Horst Schlüter aus Suthfeld haben stellvertretend für alle vier Mitgliedsgemeinden an einer Tagung der e.on-Westfalen Weser AG teilgenommen. Der Konzern wirbt mit Pauschalpreisen für Kommunen bis hin zum Verkauf des Laternennetzes. Den Gemeinden wurde eine Komplettlösung für die Dienstleistung "Licht" angeboten - mit einem Konzept für Neuanlagen sowie für die Modernisierung bestehender Straßenbeleuchtung. e.on würde dabei nicht nur den Strom liefern, sondern Betriebsführung, Wartung und Instandsetzung der Anlagen übernehmen. Die Kommunen müssten dafür eine jährliche Pauschale bezahlen - ein Finanzierungsmodell, das die Haushaltskassen der Gemeinden entlasten und zugleich dafür sorgen soll, die Straßenbeleuchtung ohne große kommunale Investitionen zu modernisieren. Schlüter sieht dafür in Suthfeld keinen Handlungsbedarf. Bisher werden die Leuchtmittel in den Ortsteilen nach und nach gereinigt und erneuert. "Aber wir werden das Angebot genau prüfen." Angesichts des hohen Energieverbrauchs der bestehenden Quecksilberleuchtmittel erscheine eine neue Lampentechnikmit weniger Verbrauch und höherer Lebensdauer interessant. Zudem böte sich die Chance, die Helligkeit nachts mittels Steuerung zu dämpfen und so Kosten zu sparen. Für die Gemeinden stellt sich nach Ansicht des Suthfelder Bürgermeisters die Frage: "Investieren wir in die alten Lampen, oder gibt es andere Möglichkeiten?" e.on habe verschiedene Varianten vorgestellt, die bei Bedarf nochmals in den Ausschüssen der jeweiligen Gemeinden präsentiert werden sollen. "Eine Variante endet mit dem Verkauf der Lampen - für den symbolischen Betrag von einem Euro", berichtete der Bürgermeister im Pressegespräch. Zudem sei vorgerechnet worden, ab wann sich dieses Angebot rechnet. Verallgemeinern ließen sich diese Angaben jedoch nicht. Entscheidend sei, dass beide Partner davon profitieren. e.on hat die Möglichkeit günstiger einzukaufen und könne bestehende Einrichtungen nutzen. "Finanzielle Not ist sicher kein Beweggrund für die Gemeinde Suthfeld, derartige Verträge einzugehen", betonte Schlüter. Wenn jedoch Synergieeffekte entstünden, wäre es wert, darüber nachzudenken - entweder zu verkaufen, in Partnerschaft zu betreiben oder nur die Dienstleistung von e.on oder einem anderen Anbieter in Anspruch zu nehmen. Welchen Weg die Gemeinde Suthfeld beschreiten wird, ist offen. Vorerst wurde der Haushaltsansatz zur Unterhaltung von Straßenlampen mehr als verdoppelt auf 2500 Euro im Jahr 2008. Um für Nenndorf gemeinsam optimale Lösungen zu finden, kündigte Schlüter weitere Beratungen auf Samtgemeindeebene an.

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