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Regenwasserkanal wiederüberfordert: In Borstel steht das Wasser auf der Straße / Priemer: "Bürger haben recht"

Entlang der Aue: Orkan legtüber 50 Bäume flach

Auetal (rnk). Einen recht freien Blick von der Rolfshäger "Reihe" auf die Bernser Landwehr haben die dortigen Anwohner seit vorgestern Abend: "Kyrill" hat zwischen dem Bernser Eisenhammer und Borstel reiche Beute eingefahren, über 50 große Bäume liegen entwurzelt in und entlang der Aue. Heinrich Helper hat gestern mit den Mitarbeitern seiner Firma im Auftrag des Unterhaltungsverbandes Bückeburg mit den Aufräumarbeiten begonnen. Auf der Nordseite der Aue werden sich die Aufräumarbeiten verzögern: Größere Teile der dortigen Felder können nicht befahren werden, weil dort das Wasser den Boden aufgeweicht hat.

veröffentlicht am 20.01.2007 um 00:00 Uhr

Zwischen Borstel und dem Bernser Eisenhammer hat sich die Silhou

Borstel war im Auetal das Epizentrum des Orkans. 100 Meter rechts und links entlang der Aue wurden bis weit nach Poggenhagen undüber den Friedhof Kathrinhagen weiter in Richtung Westerwald Bäume wie Zündhölzer geknickt. Das zweite Problem war in Borstel das Wasser: Gute 20 Zentimeter stand es auf der Borsteler Straße, schoss aus den Gullys und verwandelte die Aue in einen reißenden Strom. Die Ursache ist bekannt: Die Regenwasserkanalisation reicht nicht aus. Doch wann die Borsteler Straße einen neuen Kanal erhalten wird, das hängt vom Landkreis ab, verweist Bürgermeister Thomas Priemer auf die Zuständigkeiten. Denn erst wenn der Landkreis die Straße saniert, will die Gemeinde den Kanal erneuern. "Wir können doch nicht heute den Kanal erneuern und im nächsten Jahr kommt derLandkreis und saniert die Straße." Doch wann der Landkreis die Straße in Angriff nimmt, weiß Priemer nicht: Die Erneuerung steht zwar im Investitionsplan des Landkreises, doch ob sie die Aufstellung des Haushaltsplanes überlebt, ist ungewiss. Für Priemer, der sich vorgestern Abend selbst in Borstel ein Bild machte und mit seinem Wagen vor der überfluteten Straße stand, ist es eine "unbefriedigende Situation", wie er erklärt: "Die Einwohner von Borstel, die einen neuen Kanal haben wollen, haben ja völlig recht." Das sieht auch Borstels Ortsvorsteher Hans-Werner Gerber (SPD) so, der vorgestern Abend den Unmut der Anwohner derüberspülten Ortsdurchfahrt durchaus zu spüren bekam. "Aber was sollen wir machen? Wir müssen doch auf den Kreis warten", erklärte Gerber gestern auf Anfrage. Natürlich sei das frustrierend, wenn man als Ortsvorsteher beim Landkreis Schaumburg immer wieder anrufe und immer wieder vertröstet werde. Die in Stadthagen dabei gern genommene Formulierung ,sofern die Mittel fließen' kann Gerber jedenfalls nicht mehr hören. Immerhin gab es auch einen Moment der inneren Freude für ihn: In der Mühlenstraße haben die Hochwassermaßnahmen der letzten Zeit Erfolg gehabt. Dort wurde ein Aue-Ufermit Tonnen von Granit erhöht, damit das Wasser gezwungen ist, auf die andere Seite zu fließen - dort ist ein großes Feld. Hätte es allerdings eine halbe Stunde länger geregnet, so schätzt Gerber, wäre das Wasser auch in die Mühlenstraße gekommen. Gestern Morgen war der Borsteler dann wieder im Rehrener Rathaus, um bei Priemer Druck zu machen, damit der Auetaler Bürgermeister wiederum Druck in Stadthagen ausüben möge. "Was meinst du, was wir hier machen?", habe Priemer zurückgefragt. Den definitiven Lackmustest zu ihrer Sicherheit haben fast alle Bäume entlang der Landesstraße zwischen Bernsen und Rehren vorgesten Abend bestanden. Nur zwei Bäume kippten um und fielen auf ein Feld und in den Graben, ein weiterer Baum, der den Sturm überstanden hatte wurde gestern trotzdem gefällt. In seiner Krone hingen viele abgebrochene Äste, die zuständige Straßenmeisterei in Rinteln wollte kein Risiko eingehen und packte die Motorsäge aus.

Den Strumüberstanden, den nächsten Morgen nicht: Vor Rehren wird
  • Den Strumüberstanden, den nächsten Morgen nicht: Vor Rehren wird an der Landesstraße gefällt.
Kyrill war da: Wie hier in Westerwald hat gestern das große Aufr
  • Kyrill war da: Wie hier in Westerwald hat gestern das große Aufräumen begonnen.


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