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"Historischer Ortsspaziergang" durch Friedrichswald / Kleinster Ortsteil im Taubenberg / Ruheplätze in reizvoller Lage

Entdeckungstour vom Pfingsttor bis zur alten Schule

Friedrichswald (who). Das Walddorf Friedrichswald ist mit rund 160 Einwohnern der kleinste Taubenberg-Ortsteil. Dennoch kann das Dörfchen mit reizvollen Ansichten aufwarten und lädt zu entspannenden Spaziergängen mit Luftkurortqualität und inspirierenden Landschaftsansichten ein. Die relativ junge Siedlung im Nordlippischen Bergland gehört zu den vier sogenannten Friedrichsdörfern, die ab 1778 vom Landgrafen Friedrich II. zu Hessen-Kassel gegründet wurden.

veröffentlicht am 13.05.2008 um 00:00 Uhr

"Zum Pfingsttor": Das Gasthaus am nördlichen Ortseingang bildet eine direkte Verbindung zum Namen "Deierjohrn" - Tiergarten, wie Friedrichswald im Volksmund genannt wurde. Die Bauernwirtschaft und Traditionsgaststätte aus dem 19. Jahrhundert hat ihren Namen von der benachbarten Weide "Vor dem Pfingsttor", an deren Nordseite einer der Tiergarten-Zugänge gelegen hat. Heute führt das Gasthaus als Spezialität auf der Speisekarte auch Wild, das seit 1978 sogar in einem eigenen großen Gehege gezogen wird. "Zur schönen Aussicht": So heißt der Platz auf einem Hügel nördlich des Ortes. Denn bei gutem Wetter geht der Blick von hier aus bis Porta Westfalica und über das Wiehengebirge. Grenzsteine: Drei alte Steine markieren an der Oberdorfstraße den Grenzverlauf zwischen Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Derartige aus Sandstein gehauene zylindrische Markierungen mit gerundeten Kuppen finden sich noch im gesamten Grenzverlauf zwischen Krankenhagen und Goldbeck. "In der Weide 9": Dieses Haus ist ein weitgehend unverändert erhaltenes Vierständerhaus für eine kleine Nebenerwerbslandwirtschaft, wie es in den Orten südlich der Weser vielfach zu finden war. Es stammt wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Sellmann-Eiche: Dieser Baum an der Goldbecker Straße ist Wendepunkt der Route. Die Pflanzung der Eiche geht zurück auf das 30. Dienstjubiläum des Friedrichswälder Haumeisters beziehungsweise Waldvorarbeiters August Sellmann von 1954. Goldbecker Straße 29: Die ehemalige Pension "Dornröschen-Eck" in direkter Nachbarschaft der Sellmann-Eiche steht für den blühenden Fremdenverkehr der 1950er Jahre, als Urlaub noch überwiegend im eigenen Land gemacht wurde. Damals brachten mehrere Pensionen dem kleinen Dorf Einkünfte durch Erholung suchende Großstädter. Das Dornröschen-Eck bot seinen Gästen seit 1960 Komfort in den Zimmern des neuen Anbaus mit der Sonnenterrasse. Ferienhäuser: Die Ferienhäuser an der Heinrich-Becker-Straße und Zur Erholung stammen aus den 1970er Jahren, als mit steigendem Wohlstand Feriendomizile aufkamen. Die damals noch selbstständige Gemeinde Friedrichswald wies zu der Zeit an den beiden Straßen Baugebiete aus. "Lustgar- ten": Das ist der Name des Flurstücks zwischen Goldbecker Straße und Pfingsttorstraße. Dort soll ein zum Tiergarten des Grafen Otto gehörendes Gebäude gestanden haben, vermutlich ein komfortables Jagdhaus. Dorfbrunnen: Der Brunnen beim Lustgarten wurde 1992 erneuert und steht im Quellbereich eines Baches. Früher war der Brunnen, neben dem Ruhebänke zum Rasten und zum Blick auf einen kleinen Teich einladen, die einzige Wasserversorgung für Friedrichswald in Trockenzeiten. Schule: Die Schule und das gegenüberliegende Kriegerdenkmal bilden die Endstation für den Ortsspaziergang. Das Schulgebäude aus dem Jahr 1912 wurde während der wirtschaftlichen Blütezeit des Ortes erbaut. In den vorbildlichen hellen Klassenzimmern wurden mehrere Jahrgänge gleichzeitig unterrichtet, wie es in den dörflichenZwergschulen üblich war. Mit den Gebiets- und Schulreformen wurde auch Friedrichswalds Schule geschlossen und ist heute ein privates Wohnhaus. Ergänzung: Friedrichswalds Verwaltungsstellenleiter Friedrich Sellmann macht auf zwei nennenswerte Stationen aufmerksam, die den Spaziergang ergänzen. Verbindungsweg: Der Verbindungsweg vom Friedhof zur Oberdorfstraße ist eine alte Abkürzung mit schönen Aussichten in Richtung "Dornröschen-Eck" sowie Felder und Waldgebiete. Darauf, dass darüber hinaus dort seit 1992 ein Freundeskreis von Anwohnern das "Weidefest" feiert, macht ein Gedenkstein aufmerksam. Spiel- und Grillplatz: Der Bereich an der Oberdorfstraße in Kombination mit der Übungsstätte der Ortsfeuerwehr ist vor über 25 Jahren in Eigenregie von Friedrichswäldern angelegt worden. Besonders die Elterninitiative um ihren Gründer und Initiator Manfred Krause hat sich für den Platz eingesetzt. Die legendären Kinder- und Oktoberfeste sind noch vielen in Erinnerung. Der Ruhrpott- Junge Manfred Krause, der sein Herz in Friedrichswald verlor, hat darüber seine Handschrift an etlichen Orten hinterlassen, an denen der Ortsspaziergang vorbeiführt.



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